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  • Di., 28. April 2015, 09:50 Uhr
    Weinprobe des Fördervereins Domkirche in weinseliger Stimmung

    „von hüwwe und drüwwe ebbes“

    Dekan Karl Hans Geil präsentierte die Weine mit vielen inspirierenden Anmerkungen und Geschichten.


    LAMPERTHEIM – Die Weinprobe des Fördervereins Domkirche hat Kultstatus erreicht. Dieses besondere Erlebnis zieht jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern an, die in der Notkirche einen einzigartigen Abend verbringen wollen. Wer Karten ergattern will, muss sich beeilen. Diesmal waren sie schon vor vierzehn Tagen ausverkauft. Das Motto „von hüwwe und drüwwe ebbes“ verhieß Weingenuss von Rebstöcken aus der Region diesseits und jenseits des Rheins. Vereinsvorsitzender Herbert Eichenauer begrüßte die Gäste und dankte den Gönnern und Sponsoren des Fördervereins für ihre Unterstützung. Dekan Karl Hans Geil präsentierte acht Weine auf unnachahmliche Weise. Seinen fachkundigen Erzählungen zu lauschen gehört zum Weingenuss unverzichtbar dazu. Wenn der Wein dann von den emsigen Helferinnen und Helfern eingeschenkt wird, ist man schon mit ihm vertraut geworden, weiß ihn als Tropfen mit eigenem Charakter zu würdigen. Fast scheint es, als würde sich manche Geschmacksnote erst durch die Erzählung im Wein voll entfalten. Hervorragend ausgesucht sind die Weine allemal, ein Vergnügen sie im Glas leuchten zu sehen. Roter Riesling feinherb aus Heppenheim war der erste von drei Weinen vor der Pause. Tatsächlich ist kein Schimmer Rot zu sehen, rot hängen nur die Weintrauben am Rebstock. Der rote Riesling sei der ursprüngliche Riesling, erfuhren die Weinfreunde. Zum krönenden Abschluss der Weinprobe kam ein 2012er Blauer Spätburgunder „Collection Heinrich“ vom Lützelsachsener Stephansberg in die Gläser. Das 25-köpfige Helferteam hatte über 150 Gäste zu betreuen, die zu Beginn auf den Tischen pikanten Schmalz und deftiges Bauernbrot vorfanden. Nach drei Weinproben stand die große Pause auf dem Programm, die dem kulinarischen Genuss gewidmet war. Der Förderverein vereint Weinfreunde und Weinspezialisten, die außerdem Köstlichkeiten aus der bodenständigen Küche genießen wie panierte Schnitzel und Spargelgemüse. Zu späterer Stunde werden Kuchen und Torten aufgetischt, Kaffee weckt die weinseligen Lebensgeister. In beflügelter Stimmung entwickelten sich lebhafte Tischgespräche, die manchmal bis weit nach Mitternacht andauern können, wie der Vereinsvorsitzende zu berichten wusste. Niemand werde zum Gehen aufgefordert, die Gäste bleiben, solange es ihnen gefällt. In dieser Phase des Vergnügens wird der weiße und rote Lukastropfen kostenpflichtig ausgeschenkt. Denn laut Programm gilt folgendes nach Wilhelm Busch: „Ein Trinkgefäß, sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr“. Da Orgel und Glocken der Domkirche noch nicht bezahlt sind, bessert der Erlös der Weinprobe die Zahlungsbilanz auf. Hannelore Nowacki

    Gute Stimmung ist bei der erlesenen Weinprobe garantiert. Fotos: Hannelore Nowacki


     

     

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