Sport-Coach Marius Schmidt: Geld aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ an fünf Vereine
„Vorbildvereine für uns“
„Sport verbindet“ – davon berichteten die Vertreter der Vereine, die aus dem Förderprogramm des Landes Hessen „Sport und Flüchtlinge“ für ihre Ausgaben finanzielle Unterstützung erhielten. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Mit ihrem Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ hat die Landesregierung seit Januar für Vereine und Institutionen die Möglichkeit geschaffen, sich für Flüchtlinge zu engagieren und dabei in der Anschaffung der notwendigen Sachmittel wie Trainings- und Sportkleidung und auch für die Aufwandspauschaule der Übungsleiter finanzielle Unterstützung zu erhalten. Im Rahmen dieses Programms sorgt ein eigens bestellter „Sport-Coach“ in den Kommunen für die Vermittlung von Angeboten und vieles mehr. Marius Schmidt, der diese Aufgabe übernommen in Lampertheim übernommen hat, brachte am Dienstagabend die großen Schecks ins Alte Rathaus. Vertreter von fünf Vereinen waren zur Übergabe der Fördergelder eingeladen, deren Gesamtsumme sich auf 2.000 Euro beläuft. Erster Stadtrat Jens Klingler, Kurt Stass als Vorsitzender des Koordinationskreises Flüchtlingshilfe und Horst Schmitt, bei der Stadt Lampertheim zuständiger Ansprechpartner, nahmen an der Veranstaltung teil. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt hatte, beim Innen- und Sportministerium einen entsprechenden Antrag zu stellen, stehen nun insgesamt 10.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Schmidt erklärte in seiner Ansprache die Bedeutung von Sport für die Integration. Seine Botschaft: „Sport verbindet“. Auch werde der Tagesablauf strukturiert, Zuverlässigkeit trainiert und man lerne Menschen kennen. Außerdem werden Werte wie Fairplay vermittelt. „Wir können uns auf unsere Vereine verlassen“, meinte Sport-Coach Schmidt, „sie leisten eine ganz großartige Arbeit“. Die Beträge aus dem Förderprogramm richten sich nach dem Aufwand, den jeder Verein durch Vorlage von Rechnungen nachweisen müsse. Die Volleyball-Abteilung beim TV Hofheim hat für Trainingskleidung 815 Euro ausgegeben. Erster Vorsitzender Werner Klimanietz berichtete von acht Flüchtlingen, die im Sommer im Freien Beachvolleyball gespielt hatten, aber in der Halle Schuhe und Knieschützer brauchen. Beim Boxclub „Punching“ betätigen sich regelmäßig sechs Flüchtlinge sportlich, zwanzig bis 25 Flüchtlinge seien insgesamt „durchgeschleust“ worden, erinnerte sich der Erste Vorsitzende Alexander Klotz, der einen 400-Euro-Scheck in Empfang nahm. Patrick Andres vom Sportausschuss des FC Olympia, der 300 Euro erhielt, fand lobende Worte für die Flüchtlinge, die immer da seien und ihre Mannschaft Fußballspieler auch sportlich weiterbrächten. Vier Flüchtlinge spielen in der 2. Mannschaft, einer verstärkt die 1. Mannschaft. „Es ist alles sehr positiv – und in der Chemiestraße sind noch mehr, die spielen wollen“. In der Sportgemeinde (SG) Hüttenfeld, der 400 Euro erstattet wurden, trainieren acht bis zehn Flüchtlinge regelmäßig. Da alle Spieler mit neuer Trainingskleidung ausgestattet werden, werden auch die mitspielenden Flüchtlinge bedacht, erzählte der Zweite Vorsitzende Moritz Schneider. Auch Christian Schmitt, beim TV Lampertheim Trainer der 2. Mannschaft, hat die sportliche Begeisterung der Flüchtlinge bereits seit Oktober 2014 in der Fußballabteilung kennengelernt, im Durchschnitt seien 14 bis 16 Erwachsene da, auch in der B-Jugend spielen Flüchtlinge mit. Sogar eine ganze Flüchtlingsgruppe konnte gebildet werden. Sein Verein erhielt 1000,50 Euro. Kurt Stass sprach den Vereinen „ein ganz großes Lob und Dankeschön“ aus. Erster Stadtrat Klingler wies auf eine weitere ehrenamtliche Initiative hin – Lebensretter der DLRG hatten siebzehn Flüchtlingen im August und September bei einem VHS-Schwimmkurs das Schwimmen beigebracht. Zugleich sehe er einen Beweis, wie wichtig die Vereinsförderung der Stadt Lampertheim sei. Nur mit Geld gehe es nicht bei der schwierigen Aufgabe der Integration, man brauche Leute, die bereit sind sich zu engagieren. „Dank an alle, die weiter mitwirken“. Hannelore Nowacki