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  • Do., 31. August 2017, 09:11 Uhr
    Bäckermeister Daniel Hug erzählte der Klasse 3 b vom Brot

    Was macht der Bäcker früh morgens in der Backstube?

    Die winzigen hellen Samen, die Bäckermeister Daniel Hug zur Verkostung herumreichte gaben den Kindern Rätsel auf. Einen Hinweis bekamen sie – auf Hamburgerbrötchen findet man sie auch. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Brötchen kennt jedes Kind, auch das tägliche Brot haben die meisten Kinder gerne auf dem Teller. Doch wie wird Brot gemacht, wer backt die Brötchen? Die Kinder der Klasse 3b in der Schillerschule hatten am Mittwochmorgen um acht Uhr in der ersten Unterrichtsstunde Besuch von Bäckermeister Daniel Hug, der auch ein paar Kisten mitgebracht hatte, die einen appetitlichen Duft verströmten. Für die Kinder hatte er morgens in der Backstube frisch gebacken, leckeres Käse- und Laugenkonfekt, Mini-Croissants und Kaffee-Stückchen. Was motiviert den jungen Bäckermeister in die Schule zu kommen? Er möchte, dass die Kinder mal einen richtigen Bäcker sehen, auch die Kita Rosenstock hat er schon besucht. Mit seinen Eltern leitet er den Familienbetrieb, dessen Stammsitz und Backstube mit 15 Bäckern und vier Konditoren in Lampertheim ist. Im Klassenzimmer gab es einen sicheren Hinweis, dass sich die Kinder mit Getreide beschäftigt haben. Die Beschriftung von Gläsern verriet, dass es sich um Hafer, Gerste, Roggen und Weizen handelt. Wann hat die Geschichte mit dem Brot angefangen? In der Steinzeit, meinten einige Kinder. Bäckermeister Hug zeigte großformatige Bilder von Wandmalereien aus dem alten Ägypten, die zeigen, wie vor tausenden Jahren auf der Feuerstelle Fladenbrot gebacken wurde. Und wo ist Ägypten? Klassenlehrerin Sandra Wiegand hatte eine Landkarte aufgehängt, an der Felix zeigen konnte, wo das ferne Land ist. „Da müssen wir über ein Meer fahren“, erklärte seine Lehrerin, die dann alle aufforderte: „Wir hören jetzt weiter zu“. In Ägypten wurde durch Zufall der Sauerteig entdeckt, der den Teig aufgehen ließ, erfuhren die Kinder vom Meister. Und das Brot schmeckte besser. Wo wird das Mehl gemahlen? „Ich weiß wo“ war ein Ruf zu hören, „in der Mühle“ - angetrieben von Wind oder Wasser. Heute sei das nicht viel anders, nur moderner, hörten die Kinder. Aus dem Vollkorn werden dann ganz unterschiedliche Mehle gewonnen. „Wann steht ein Bäcker morgens auf“, wollte Hug wissen. Mit ihrer Schätzung lagen die Kinder fast richtig. Der erste Bäcker in der Backstube macht schon um Mitternacht das Brot, nachdem er eine Stunde zuvor 60 Kilogramm Teig in der Knetmaschine durchgeknetet hat. Um drei Uhr nachts kommen die Konditoren. Zeit für die nächste Frage von Klassenlehrerin Wiegand. „Was ist ein Konditor?“ Ein Junge war sicher, dass der Konditor Donuts, Muffins und Kuchen backt. Und wer macht die Schokocroissants? Der Feinbäcker. Auf dem Bildschirm seines Laptops zeigte Bäckermeister Hug ein Video aus der Backstube, die den Kindern sehr still vorkam. Kein Wunder, Daniel Hug hatte für seinen Video-Dreh alle lauten Störquellen abgestellt. Zu sehen war, wie der Teig für Baguettes gerollt wurde und daraus das knusprige Stangenbrot gebacken wird. Gemeinsam konnte geklärt werden, warum in den Brezeln ein Knoten ist. Da die Bäckerei Hug 15 Filialen hat, wollte die Klassenlehrerin von den Kindern hören, was eine Filiale ist. Für den folgenden Wissenstest öffnete Bäckermeister Hug nacheinander Behälter mit Zutaten, die häufig in den Teig kommen oder auf Brot und Brötchen zu sehen sind. Leinsamen kam den Kindern nicht geheuer vor, ein Rätsel gaben auch die winzigen Sesamkörner auf. Begeisterung dann nach dem Griff in die Kürbiskerndose: „Lecker! Kürbiskerne!“ Auch die Sonnenblumenkerne kamen ziemlich gut an. Die Appetitsteigerung kam mit den großen „Konfekt“-Tellern, die Bäckermeister Hug und Klassenlehrerin Wiegand herumreichten. Das kleine Wissensquiz ging sogleich weiter mit der Frage, welche Körner wohl enthalten sind. Auf Qualität kommt es dem Familienbetrieb an, gab Daniel Hug zu verstehen. Echtes Handwerk werde in der Backstube gelebt. Die aufgeweckte Kinderschar hatte eine Menge Fragen an Daniel Hug, vielleicht sogar mehr als umgekehrt. Hannelore Nowacki

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