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  • Do., 18. August 2022, 11:24 Uhr
    NIEDRIGWASSER UND DÜRRE: Wasserlinsen auf dem Altrhein, zu Fuß zur Fahrrinne und  Weschnitz im Teichmodus 

    Wassersportverein trainierte für Deutsche Meisterschaft in Sandhofen

    Kein Wassersport im Altrhein möglich – beim WSV Lampertheim stehen die Kanupolo-Tore im Kies. Foto: Hannelore Nowacki


    RIED -  In guten Zeiten ist der Rhein ein mächtiger breiter Strom, eine viel befahrene Wasserstraße für Wirtschaftsgüter in beiden Richtungen. Nach Monaten ohne ergiebigen Regen hat sich der abgemagerte Vater Rhein in seine Fahrrinne zurückgezogen. Beim Blick von Nordheim nach Rheindürkheim hinüber war am Dienstag kaum Schiffsverkehr zu beobachten. Ein wenig beladenes Schiff, das hoch im Wasser lag, war auf dem Weg Richtung Norden. Einige Zuschauer hielten die Szenerie fotografisch fest und verließen den Ort bald wieder, andere nutzten die enge Fahrrinne im flachen Bereich zum Kühlen der Füße an diesem heißen Tag und Kinder planschten im Fahrwasser. Keine gute Idee, wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) immer wieder warnt (der TIP berichtete in der Ausgabe vom 30. Juli), denn der Rhein ist wegen gefährlicher Strömungen auch im flachen Bereich und Schiffsverkehr aus guten Grund kein Badegewässer. Weite Kieslandschaften bis an den Horizont prägen das Bild, saftig grünes Buschwerk und Pflanzen im Flussbett, an den Ufern zeigen sich Bäume schon im Herbstkleid. Wer sich auf den Weg zur Fahrrinne macht, entdeckt neben feinem Kies auch weiträumige Ablagerungen von kleinen Muschelschalen, sogar feinen Sand hat der Rhein mit seinem Wasser mitgebracht. Der Grund ist weitläufig von Füßen, Pfoten und Hufen durchwalkt, das würde dem brütenden Flussregenpfeifer nicht guttun, doch der brütet hier auf der Kiesbank im Frühling. Der Altrhein „am Bau“ mit dem „Alten Hafen“ an der Brücke zum Biedensand zeigt sich voller Wasserlinsen, eine Freude für die vielen Enten, die nach dem Lied „Alle meine Enten“ beim Naschen unter Wasser das Schwänzchen unermüdlich in die Höhe halten. Ein Paradies auch für die Schwäne, die den Hals nicht voll kriegen, aber anschließend sorgfältig ihr nicht mehr weißes Gefieder pflegen müssen.

    Der Rhein wäre hier in guten Zeiten ein reißender Strom, heute breitet sich im Flussbett eine weite karge Kieslandschaft aus. Foto: Hannelore Nowacki


    Bei einem Pegel von nur 14 Zentimetern bei Worms spült der Rhein kein Wasser mehr in den Altrhein, der mit einer Wassertiefe von höchstens 35 Zentimetern für Leistungssportler im Kanu-Rennsport nicht mehr befahrbar ist. Zum Training für die Deutsche Meisterschaft im Kanu-Rennsport in der kommenden Woche bis zum 28. August auf der Regattastrecke am Beetzsee in Brandenburg an der Havel konnte sich die Kanu-Rennsportmannschaft des Wassersportvereins Lampertheim (WSV) glücklicherweise auf den Altrhein bei Sandhofen beim dortigen Wassersportverein ausweichen und ihre Sprints in Bahnen nebeneinander üben. Auf dem Altrhein könnte das Motorbegleitboot nicht mehr fahren. Rainer Vetter, 1. Vorsitzender des WSV Lampertheim, erzählte im Gespräch mit dem TIP vom größeren Aufwand, denn die Boote mussten dorthin geschafft und die Sportler täglich eine Woche lang mit dem Vereinsbus hingefahren und abgeholt werden. Am 10. September stehe die Hessenmeisterschaft beim WSV auf dem Altrhein an, da warte man noch mit einer Entscheidung ab. „Man hofft bis zum Schluss“, sagt Vetter. Auch Kanopolo geht auf dem Altrhein nicht mehr, die Tore stehen im Trockenen. Ausweichen könnten die Spieler noch auf den Stollenwörthweiher in Mannheim-Neckarau. Allerdings lassen sich die Freizeitsportler beim WSV ihren Paddelspaß nicht nehmen, die Boote standen für den Abendausflug auf dem Altrhein bereit. Deren robuste PE-Boote, die für den Wettkampf nicht geeignet seien, würden Bodenkontakt nicht so übel nehmen wie die Rennboote, ließ Vetter wissen. Im hoch gelegenen Gerätehaus zeigte er die aufgemalten Hochwassermarken, beim Sieben-Meter-Hochwasser im Jahr 2013 stand man an dieser Stelle hüfthoch im Wasser. Die Trockenheit und Hitze hat auch die Weschnitz zwischen den hohen Deichen zum Bach eingedampft, beim Hochwasser 2013 war der reißende Fluss bis zur Deichkrone aufgelaufen und hatte die Gegend noch das Fürchten gelehrt. Auch als Bachlauf mit Tendenz zur Teichwerdung ist die klare Weschnitz nicht ganz träge, die Wasserpflanzen neigen sich wie hier bei Wattenheim in Fließrichtung. Einen Wunsch hat Rainer Vetter: Mehrere Wochen lang stetiger  Landregen. Hannelore Nowacki

    Die Weschnitz bei Wattenheim – in der aktuellen Dürrezeit ein Bächlein, bei viel Regen mit Potenzial zum reißenden Fluss. Foto: Hannelore Nowacki
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