Fr., 21.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 09. März 2021, 08:54 Uhr
    „JUGEND FORSCHT”: Teilnehmer des Lessing-Gymasiums belegt den ersten Platz im Bereich Arbeitswelt

    Weg frei für den Rettungswagen

    David Weiß hat für den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ eine Kamera entwickelt, die es Einsatzkräften ermöglicht, Fahrzeuge, die den Rettungsweg behindern, automatisch aufzuzeichnen und zur Anzeige zu bringen. Lehrer Marco Knecht und Schulleiterin Weimar-Ekdur sind stolz auf ihren Schüler und sein erfolgreiches Projekt. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM – Die Vorstellung der Projekte bei „Jugend forscht“ fand in diesem Jahr unter besonderen Corona-Bedingungen statt. Ausschließlich digital konnten die Schüler ihre Projekte präsentierten. Doch davon ließ sich David Weiß, der die 12. Jahrgangsstufe des Lessing-Gymnasiums besucht, nicht abschrecken. Mit seiner brillanten Idee einer "Emergency Lane Camera" (ELC) überzeugte der 17jährige die Jury beim Regionalwettbewerb Bergstraße und belegte den ersten Platz im Bereich Arbeitswelt. Denn der junge Lampertheimer, der seit dem letzten Jahr im Einsatzwesen der DLRG tätig ist, weiß, dass bei einem Rettungseinsatz manchmal nur wenige Minuten oder gar Sekunden über Leben und Tod entscheiden können. Gerade vor diesem Hintergrund stellen blockierte Rettungsgassen ein großes Problem dar. „Es hat sich gezeigt, dass die Bildung der Rettungsgasse bei 80 Prozent aller Einsätze nicht funktioniert. Bei 20 Prozent wird die Rettungsgasse sogar gar nicht freigemacht“, berichtete Weiß. Problematisch ist schließlich nicht nur die dadurch entstehenden Verzögerungen bei einem Einsatz, sondern auch die Verfolgung der Verkehrsteilnehmer, die die Rettungsgasse versperren und damit die Verzögerung verursacht haben. Genau hier kommt seine innovative Kamera ins Spiel, die an der Windschutzscheibe des Einsatzfahrzeugs angebracht wird. „Sobald das Sondersignal aktiviert ist, erkennt die Kamera automatisch das Kennzeichen von Fahrzeugen, die den Weg versperren und registriert, wie lange die die Blockierung angedauert hat“, erklärte Weiß. Aufgezeichnet wird von der ersten bis zur letzten Momentaufnahme. Damit können die Einsatzkräfte dokumentieren, wann, wo, und wie lange die Behinderung für das Einsatzfahrzeug angehalten hat, die Daten direkt an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten und Anzeige erstatten. Ganz nach dem Motto, „wenn es weh tut, ändert sich vielleicht etwas“ setzt der junge Mann dabei wohl auf einen gewissen Erziehungseffekt, denn die Autofahrer, welche die Rettungsgasse widerrechtlich befahren, müssen gemäß Bußgeldkatalog neben dem Bußgeld von mindestens 240 Euro auch mit zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Seine „Rettungsgassen-Kamera“ will er schließlich auch zum Patent anmelden und hat seinen Antrag hierzu selbst verfasst. „Das dauert allerdings zweieinhalb bis drei Jahre, bis man das bestätigt bekommt“, berichtete der Schüler. In der Zwischenzeit will er sich mit einer Umfrage Meinungen von Hilfsorganisationen einholen und Verbesserungen an dem Gerät vornehmen. „Die Idee fanden bisher alle gut, das Problem ist die Größe, aber daran arbeite ich noch“, meinte der Tüftler. Viel Lob gab es natürlich von Lehrer Marco Knecht, der sein Projekt begleitet hat sowie der Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur, die zu seinem ersten Platz bereits würdig gratuliert haben. „Gerade in dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass weiter geforscht wird. Toll, dass sich die Schüler durch die besonderen Bedingungen nicht haben abbringen lassen und sich auf die anderen Formate eingelassen haben“, betonte Weimar-Ekdur. „Es ist bemerkenswert, dass David sein Projekt in dieser Zeit ganz alleine geschafft hat, denn oft arbeiten bei den Jugend forscht-Projekten zwei bis drei Schüler in einer Gruppe“, lobte Knecht seinen Schützling. Schließlich müsse neben der Programmierung und dem Bauen eines Modells auch eine wissenschaftliche Arbeit erstellt werden, in der das Projekt dokumentiert und präsentiert wird. „Wir sind immer froh, Schüler zu begleiten, wenn sie Ideen haben und schaffen dafür gerne die Rahmenbedingungen“, so Knecht. Noch größer sei die Freude, wenn die Schüler dann auch erfolgreich sind. Außerdem gab es für die Schulgemeinde noch einen weiteren Grund zum Feiern: Das Lessing-Gymnasium wurde zusätzlich mit dem Schulpreis des hessischen Sponsoren-Pools aus Mittel der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für die langjährige erfolgreiche Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb und die Hochkarätigkeit der eingereichten Projekte ausgezeichnet. Eva Wiegand

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2