KITA FARBENFROH: Kindertagesstätte wurde als Sprachkita in Bundesförderprogramm aufgenommen / Förderbescheid übergeben
Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist
Große Freude über die Aufnahme der Kita Farbenfroh in das Bundesförderprogramm „Sprachkitas: Sprache ist der Schlüssel zur Welt” herrschte am Freitag bei Katharina Naegele, Geschäftsführerin des Familienzentrums Bensheim, Kita-Leiterin Gesine Häuser, Sprachförderkraft Marcel Getrost und dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt(v.r.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Alle Kinder sollen von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren. Im Januar 2016 ist daher das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestartet. Nun wurde auch die Kita Farbenfroh in Lampertheim mit in die Förderung aufgenommen, mit Marcel Getrost wird eine Sprachförderkraft allein für dieses Programm freigestellt und durch das Bundesprogramm finanziert – ein Gewinn für die Kita, aber besonders für die Kinder, die diese besuchen.
Mit dem Programm fördert das Bundesfamilienministerium alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Chancengleichheit. Denn Sprache ist der Schlüssel: Durch sie erschließen wir uns die Welt, treten mit Menschen in Kontakt und eignen uns Wissen an. Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben haben. Dies gilt besonders für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund, wie es auf der Internetseite des Bundesförderprogramm „Sprachkitas: Sprache ist der Schlüssel zur Welt” heißt.
„Wir freuen uns sehr, den Zuschlag als Sprachkita erhalten zu haben”, betonte Katharina Naegele, Geschäftsführerin des Familienzentrums Bensheim, unter dessen Trägerschaft die Kita betrieben wird.. „Wir haben die Ausschreibung gesehen und uns gedacht, das dies hier gut passen würde, daher haben wir uns einfach beworben.” Und dies mit Erfolg.
„Das Schöne an der Sprachförderkita ist, dass jedes Kind von diesem Programm profitiert , da alle Kinder mit eingebunden sind. Und auch die Eltern sollen mit ins Boot genommen werden, damit dass, was wir hier beginnen, zuhause fortgeführt wird”, so Marcel Getrost, der als freigestellte Sprachförderkraft durch das Bundesprogramm finanziert wird. Dieses läuft bis Ende 2022, wobei sich die Kita Farbenfroh für eine Fortsetzung einsetzen wird.
Gesine Häuser von der Kita Farbenfroh betonte, dass die „Sprache spielerisch in den Alltag integriert wird. Sprache ist ein wichtiges Mittel, welches aber auch aufgrund der Medien teilweise zuhause nicht so gefördert wird, wie es notwendig wäre. Wir haben Mit Marcel Getrost durch das Bundesprogramm eine Fachkraft, die sich nicht nur selbst in diesem Bereich weiter-, sondern auch das Team ausbildet. Auch die Raumgestaltung spielt bei der Umsetzung des Programms eine große Rolle, so etwa auch die Bücherei. Und es ist viel Pädagogik mit dabei.”
Die Räume selbst werden durch Symbole gekennzeichnet, um auch hier zum Sprechen anzuregen. Zudem wurde ein Morgenkreiskalender eingeführt, wie Marcel Getrost erläuterte. Dieser beschäftigt sich mit den Wochentagen und Jahreszeiten sowie den hierzu passenden Symbolen. Auch die Wetterlage und die Frage „Was zieht man bei welchem Wetter an?“ spielen hierbei eine Rolle. Neu ist zudem bereits jetzt eine Kita-Uhr, auf der wichtige Zeiten markiert sind – unter anderem die Abholzenden, die Essenszeit oder die Zeit des Morgenkreises. „Auch Sprachstärkenspiele dienen dazu, gemeinsam mit den Kindern zu agieren. Und Bewegung und Sprache werden ebenfalls eng miteinander verbunden”, betonte Marcel Getrost.
Die Kinder sind bisher bereits begeistert und nehmen die Angebote wie etwa die Kita-Uhr sehr gut an – auch wenn bisher zunächst die ersten Schritte gegangen wurden und das Konzept noch ausgearbeitet wird, nachdem nun der Zuschlag kam.
„Sprachförderung ist wichtig, denn die Zahl der Kinder mit Sprachdefiziten nimmt leider zu. Wir müssen die Sprachförderung verstärken, daher ist es super, dass wir jetzt eine solche Kita in Lampertheim haben. Denn es ist besser, Sprache in der Kita präventiv zu fördern als dass es später in der Schule Probleme gibt”, betonte der Erste Stadtrat Marius Schmidt, der ankündigte dass sich auch die Stadt Lampertheim mit ihren Kitas für das Programm Sprachkitas bewerben wird. Benjamin Kloos