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    BRAUCHTUM: Hochstimmung bei Riedroder Dorfkerwe im Biergarten, Zelt und Vergnügungspark

    Wein ausgegraben und ausgeschenkt - Riesenspaß an vier Tagen

    Ein tatkräftigtes und gut gelauntes Team sind die Kerwemädel und Kerweborsch mit Kerwemudder Hanna, Maskottchen Lisa sowie den erfahrenen Kerweopa Bernd Deckenbach (links) und Kerweclausi Claus Ofenloch (3. von rechts) mit Ortsvorsteher Helmut Dietz.
    Foto: Hannelore Nowacki

    RIEDRODE – Im kleinsten Stadtteil von Bürstadt wird wieder groß gefeiert. Die Riedroder Dorfkerwe ist ein Ereignis mit magischer Anziehungskraft, wie am frühen Freitagabend zu erleben war. Kaum hatte der kleine Vergnügungspark mit Buden, Kinderkarussell und Autoscooter am Dorfbrunnen eröffnet, strömten aus allen Richtungen die Besucher. Schnell waren die Tische unter den Sonnenschirmen besetzt, die sich auch als Regenschutz bewährten. Trockenen Aufenthalt bot auch das Festzelt. Ihren Regenschirm hatten die meisten Riedroder von Optimismus getragen zuhause gelassen, eine Entscheidung, die kaum eine Stunde später mit Sonnenschein belohnt wurde. Wer ein Gute-Laune-Bad in der Menge nehmen möchte, kommt einfach zur Kerwe nach Riedrode. Kulinarische Genüsse verspricht die reichhaltige Speisekarte. Unüberhörbar und demzufolge wirkungsvoll war die Methode des munteren Kerweteams zur Kerweausgrabung einzuladen – mit Megafon ging Kerwemudder Hanna beim Umzug durch das Festzelt und an den Buden entlang voran. Lisa Walther, im dritten Jahr als Kerwemaskottchen dabei, fällt im blau gekleideten Kerweteam mit langem schwarzem Kleid und roter Schärpe auf.

    Am Ort des Geschehens hinter dem Bürgerhaus versammelte sich eine Zuschauerschar, Kinder und Erwachsene gleichermaßen erwartungsvoll. Zum Ausgraben werden üblicherweise die Neulinge in der Kerwecrew verdonnert, da hier jedoch ein Mangel herrscht, wählte die Kerwemudder ein paar Zuspätkommer aus, die dann mit Schwung die Schaufeln tief in die sandige Erde versenkten bis der kleine Sarg mit allerlei Schätzen und einem Schreiben ans Licht befördert werden konnte. Modriger Duft verbreitete sich mit der Sandwolke. Wichtigster Fund waren die zwei vergrabenen Weinflaschen, deren Inhalt zur Verkostung an die Zuschauer in bereit gehaltenen Plastikbechern ausgeschenkt wurde. Schön warm war der Wein wie auf Nachfrage zu hören war. Kerweopa Bernd Deckenbach begrüßte die Zuschauer und wies etwas enttäuscht darauf hin, dass beim Kerweausgraben sonst immer die Sonne geschienen habe. Keine halbe Stunde später hatte die Sonne ein Einsehen. Die Lokalpolitik war stark vertreten – Ortsvorsteher Helmut Dietz im Kerweteam, Stadtverordnete und Magistratsmitglieder unter den Zuschauern und Gaudi-Mitspielern. Wertvolle  Informationen zur Kerwe und zu den Gewinnchancen waren zu erfahren. Beim Kronkorken-Schätzspiel am Sonntag nach dem Frühschoppen gibt es drei Hauptpreise - zwei Eintrittskarten für den Europapark Rust, ein WM-Ball und ein Reisegutschein über 100 Euro, alles Firmen gespendet. Am Freitagabend stand die Band District Lounge auf dem Programm, am Samstagabend rockt das Rico Bravo Trio die Bühne und zum Frühschoppen am Sonntag macht die Katholische Kirchenmusik Stimmung. Am Montag gibt es ab 11 Uhr Livemusik mit Ghost. Und wenn am Montagabend um 19 Uhr die Kerwe unter Schluchzen wieder eingegraben ist, kommt es zum ersten Mal in der Kerwegeschichte zum Kerwe Bier-Pong-Turnier. Als Höhepunkt am Sonntag um 14 Uhr hält Kerwemudder Hanna die Original Riedroder Kerweredd. Im Festzelt wird zugleich Kaffee und Kuchen aufgetischt, das habe sich bewährt. Alles bei freiem Eintritt, betonte der Kerweopa und sprach begeistert vom „tollen Vergnügungspark“. Besonders dankte er dem zwanzigköpfigen Orgateam und den rund 100 Helfern über die vier Tage. 

    Am Freitag wurde sie ausgegraben, am Montag findet die Kerwe nach vier fröhlichen Tagen wieder ihre Ruhe.
    Foto: Hannelore Nowacki

    Gaudi-Spiele – ein Brauch mit Herausforderungen

    An freiwilligen Teilnehmern mangelte es nicht, manchmal mit einer kleinen Ermunterung. Zum Vergnügen des Publikums war zunächst das zügige Leeren eines Bierhumpens bewältigen, was nicht jedem in die Wiege gelegt ist. Geschicklichkeit war beim Kugelwerfen gefragt – zwei Kugeln, verbunden mit weißem Band, sollten sich im besten Fall um die Holzstangen wickeln.

    Kugelweitwurf am Band, eine Disziplin, die Konzentration und Geschicklichkeit verlangt. Im Zweierteam traten Stadträtin Edith Appel-Thomas und Ortsvorsteher Helmut Dietz an.

     

    Beim rasanten Lauf um den Dorfbrunnen konnten die Gaudi-Spieler auf das Anfeuern des Publikums bauen. Letztes Jahr war der Bürgermeister zu den Gaudi-Spielen gekommen, diesmal habe sich Boris Wenz für Sonntag angekündigt, teilte Kerweopa Deckenbach mit.

    Hannelore Nowacki

     

    Mehr Bilder vom Kerwefreitag in Riedrode finden Sie unter https://tip-suedhessen.de/kerweauftakt-in-riedrode-mit-ausgraben-und-gaudi-spielen-am-17-juli

     

     

     

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