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Do., 03. Dezember 2020, 12:50 Uhr
Landrat Christian Engelhardt, Gesundheitsdezernentin Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug informieren über aktuelle Lage im Kreis
Weiter medizinisches Personal für Impfzentrum gesucht
Für das Impfzentrum des Kreis Bergstraße wird noch dringend medizinisches Personal gesucht. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE – Die Corona-Pandemie bestimmt weiter das Leben und Handeln, auch im Kreis Bergstraße. Am Mittwoch wurde der bundesweite Lockdown light bis zum 10. Januar verlängert – am Donnerstag informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug in einem Videopressegespräch über wichtige aktuellen Themen zu Corona. Dabei standen unter anderem die Entwicklung des Infektionsgeschehen im Kreis Bergstraße, die Anzahl der aktuellen Verstöße gegen die Corona-Verordnungen und die Neuigkeiten rund um das Impfzentrum im Fokus.
Landrat Christian Engelhardt nahm zunächst zum Impfzentrum Stellung: „Es ist Aufgabe der Landkreise, Impfzentren auszubauen – räumlich, logistisch und personell. Wir haben uns für die Immobilie im Berliner Ring in Bensheim entschieden, weil es die vernünftigste war. Denn hier sind keine großen Umbaute nötig, um beginnen zu können. Zudem ist die Immobilie hervorragend angeschlossen: Es gibt eine gute ÖPNV-Anbindung, da die Immobilie direkt an Weststadthalle gelegen ist und der Bensheimer Festplatz sorgt für ausreichend Parkplätze. Der Krisenstab des Kreises bereits dort eingezogen und beginnt mit der Einrichtung.”
Das größte Augenmerk liegt derzeit bei der Gewinnung von geeignetem Personal für das Impfzentrum. „Das ist die größte Herausforderung”, so Landrat Engelhardt weiter. „Niedergelassene Ärzte und deren Praxisteams sollen eingebunden werden, das ist aber sehr schwer umsetzbar, zumal die Personalsituation im Gesundheitswesen sowieso eher angespannt ist. Glücklicherweise gibt es etwa 100 Peronen, die sich über unseren Aufruf gemeldet haben. Ich bin froh, wenn sich weitere Menschen melden, die sich im Impfzentrum einbringen wollen. Da dies aber noch lange nicht ausreicht, möchte ich den Aufruf gerne wiederholen:
„Personen, die für die Tätigkeit im Impfzentrum geeignet sind und Erfahrung in medizinischen Berufen haben und die darüber hinaus bereit sind, sich etwa ein Jahr lang einzubringen, sollen sich bitte bei der Kreisverwaltung melden. Dies können auch ehemalige Ärzte und Arzthelfer sein. Ebenso werdenPersonen für den organisatorischen Bereich gesucht.” Wer Interesse hat, das Impfzentrum des Kreises zu verstärken, kann gerne eine E-Mail an personalmanagement@kreis-bergstrasse.de senden oder sich über das Webformular auf der Internetseite des Kreises melden.
Aus dem Landesprogramm „Sondervermögen Hessens Zukunft sichern” fließen auch Landeszuschüsse in den Kreis. Insgesamt wurden hier 100 Millionen Euro beschlossen, zehn Millionen davon für Luftreiniger vorgesehen. „Der Kreis Bergstraße bekommt für Schulen und Kindertagesstätten 3,225 Millionen Euro aus diesem Programm, wie genau diese aufgeteilt werden steht noch nicht fest”, erklärte Landrat Engelhardt. „Wir haben bereits in ersten Schulräumlichkeiten Lüftungsgeräte aufgestellt. Dies ist aber nicht so einfach. Denn diese sind sehr anspruchsvoll, wenn diese dafür geeignet sind, dass in den Räumen nur noch in den Pausen gelüftet werden soll. Wir werden sehen, wie viel wir von der Zuschusssumme hierfür einsetzen können.”
Zum Abschluss seiner Ausführungen nahm Landrat Engelhardt zum Skifahren in hessischen Skigebieten Stellung. „Es gibt den Appell der Regierungen, auf private Reisen wenn möglich zu verzichten. Nach Sicht des Landes Hessen sind Skilifte Freizeiteinrichtungen und dürfen nicht benutzt werden. Die Pisten der Skigebiete in Hessen dürfen hingegen benutzt werden.”
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz informierte über die aktuelle Infektionslage im Kreis. Bei einer Inzidenz von 115,72 am Donnerstag sei der Wert weiterhin sehr stabil. Im November gab es insgesamt knapp 1.400 Neuinfektionen im Kreis, „dies ist weit höher als in den Vorgängermonaten”, so die Gesundheitsdezernentin, die darauf verwies, das „rund 1,15 Prozent unserer Bevölkerungmittlerweile eine Infektion durchgemacht hat.” Keine Entspannung gibt es bei der stationären Behandlung – „hier sind nach wie vor alle Altersgruppen betroffen, leider auch ein kleines Kind”, so Diana Stolz. Positiv ist die aktuelle Entwicklung der betroffenen Einrichtungen wie Schulen, Kitas und im Bereich der Pflege, hier ist die Zahl derzeit rückläufig.
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug erläuterte, dass es mittlerweile 820 gemeldete Verfahren in der Bußgeldstelle des Kreises bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen gibt – vor zwei Wochen waren es noch 737. Im Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge richtete Karsten Krug ein Lob an sein Team, welches „rund um die Uhr im Einsatz ist, um Quarantänemaßnahmen umzusetzen. Dies hat in den letzten Wochen sehr gut geklappt.” Derzeit sind noch zwei Unterkünfte mit insgesamt sieben Indexfällen betroffen, es gibt zudem eben so viele direkte Kontaktpersonen. Benjamin Kloos