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  • Di., 04. Februar 2014, 12:52 Uhr
    Heimat- und Carnevalverein verleiht Courage-Orden an Matthias Steiner

    Weltmeister und Olympiasieger sowie Gewinner der Herzen

    Ein prächtiges Gruppenbild mit dem neuen Träger des Courage-Ordens Matthias Steiner bot sich dem Publikum zum Abschluss des ersten Veranstaltungsteils. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – In Bürstadt ist die gute Laune zu Hause, das bestätigte sich auch beim  Ordensfest 2014 des Heimat- und Carnevalvereins (HCV) am Sonntagnachmittag im Bürgerhaussaal - und dies begeisterte auch den  neuen Träger des Courage-Ordens 2014 Matthias Steiner, der in seiner Dankesrede eintauchte in diese atmosphärische Heiterkeit. Der Weltmeister und Olympiasieger im Gewichtheben und Stoßen, der auch Olympiasieger im Reißen wurde, war für den Courage-Orden jedoch nicht wegen seiner sportlichen Leistungen auserkoren worden. Matthias Steiner erhielt die Auszeichnung des HCV wegen seines Einsatzes zur Aufklärung über die Krankheit Diabetes und sein Engagement für Organspende. Steiner, der als stärkster Mann der Welt in die sportlichen Schlagzeilen kam, muss seit der Diagnose von Diabetes Typ 1, die ihn kurz vor seinem 18. Geburtstag traf, mit Einschränkungen leben. Ohne Scheu ist Steiner mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit gegangen, um besonders auch die Jugend zu informieren und über die Risiken der Volkskrankheit Diabetes vom Typ II aufzuklären. Steiner ist Weltmeister und Olympiasieger, in Bürstadt wurde er auch Gewinner der Herzen. In seiner Rede beeindruckte er das Publikum mit feinsinnigem Humor und erzählte erfrischend aus seinem Leben und lobte auch die schöne Stadt Bürstadt, deren Bürgermeisterin er kurzerhand zur Oberbürgermeisterin beförderte. „Die Stadt ist ein Traum“, doch habe sie keine Berge. Noch zu den Olympischen Spielen in London brachte der stärkste Mann der Welt 150 Kilogramm auf die Waage. „Nur mit vernünftig essen“, wie er berichtet, habe er fast mühelos zwanzig Kilogramm abgenommen. Doch nun komme die schwierigere Wegstrecke. „Bei den Kindern muss man anfangen“, ist sein Rat. Auch in der Organspende engagiert sich Steiner. „Jeder sollte einen Organspendeausweis bei sich tragen“, meint er, aber letztlich solle jeder selbst entscheiden, wo er sein Kreuz setzt.

    Ein glücklich strahlender Matthias Steiner mit Ehefrau Inge und mit dem letztjährigen Courage-Ordensträger und Laudator Franz Lambert mit Ehefrau Christa. Foto: Hannelore Nowacki


    Musiker und Komponist Franz Lambert, dem der HCV im letzten Jahr den Courage-Orden verliehen hatte, hielt die Laudatio. Im Leben Steiners habe es „Dur und Moll“ gegeben, ließ Lambert anklingen, das hätten die Medien den Menschen vielfach nahe gebracht. Mit Disziplin und Lebenswillen habe Steiner sein Leben gemeistert. Steiner sei es gelungen, auch durch Neugier seinen Lebenshorizont zu verschieben und Platz zu machen für Neues. HCV-Präsident Roger Wulff gab einen kurzen Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Der HCV feiert in diesem Jahr mit 5 x 11 närrischen Jahren ein denkwürdiges Jubiläum – der Courage-Orden wurde vor 30 Jahren zum Leben erweckt. Dieser Orden hat Bürstadt im Land bekannt gemacht und ist auch für Bürstadt zu einem Markenzeichen geworden. HCV-Vorsitzender Frank Reichmann dankte anlässlich des Vereinsjubiläums allen HCV-Mitgliedern für ihren Arbeitseinsatz und den Bürstädter Vereinen „für das sehr gute Miteinander“. Unter den Gästen waren liebliche Tollitäten und zahlreiche Abordnungen von Karnevalvereinen, Narren und Närrinnen aus nah und fern waren eingeladen, auch zahlreiche Vertreter aus dem politischen Leben der Stadt und des Kreises nahmen am Ordensfest teil. Sie wurden im zweiten Teil der Veranstaltung zur Verleihung des Jahresordens auf die Bühne gebeten. Hausmusikant Heinz Kilian sorgte für die musikalische Einstimmung. Die HCV-Garde und die Juniorengarde Charisma zeigten nicht nur auf der Bühne begeisternde Präsenz, charmant trugen sie auch Getränketabletts zu den Gästen. Bürgermeisterin Barbara Schader betonte in ihrer Ansprache, dass es in Bürstadt um Heimat mit Herz geht. An den HCV gerichtet, sagte sie: „Sie sind einer der Kulturträger der Stadt Bürstadt“. Landrat Matthias Wilkes beglückwünschte den HCV zum Jubiläum und gab dem neuen Courage-Ordensträger Matthias Steiner mit heiterer Note auf den Weg: „Bei Ihnen passt alles – auch der Vorname“. Denn Matthias heiße „Geschenk Gottes“.  Hannelore Nowacki

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