Höchster Feiertag in Lampertheim sorgt für ausgelassene Stimmung im Kerwedorf
„Wem g'heert die Kerwe? Unser!"
„Wem g'heert die Kerwe?" rief Steffen Götz den begeisterten Kerwegästen am Montag zu - und diese erwiderten lautstark „Unser"!. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - Beste Stimmung am Kerwemontag im gut gefüllten Kerwedorf und besonders vor der „Krone" bei der traditionellen Kerweredd am höchsten Feiertag Lampertheims.
Steffen Götz, assistiert von Ralf „Ralle" Eichenauer, nahm die Zuhörer gekonnt auf eine Reise durch die vergangenen Monate mit. Dabei mussten die Kerweborscht in diesem Jahr ausgerechnet am Kerwemontag erstmals ohne Musik auskommen - großes Bedauern machte sich in der dennoch gut gelaunten Runde breit.
Lauter Jubel erfüllte die Römerstraße, als Steffen Götz die WM Revue passieren ließ - mit dem 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien als vorläufigen Höhepunkt. „Isch wollt blouß mool korz zum Kiehlschraonk, was hebb ich's gehasst, wehe me neije Bier hebb isch zwei Torn vabasst", gab er zur allgemeinen Begeisterung kund.
Apropos Fußball: Auch Bürstadt bekam - selbstverständlich - sein Fett weg, besonders der VfR, der angeblich Mario Basler als Trainer verpflichten wollte und jetzt statt Oberliga Kreisoberliga spielt: „Die henn's halt mool toddal iwwertriwwe, doch am End iss von all dem nix iwwarisch gebliwwe. Es iss nun e mool so, doo vazeehl isch kaoan Stuss, dass so e Gschicht bei de Bäschdädder basieren muss."
Mit einem Augenzwinkern befassten sich die Kerweborscht auch mit der Erdölsuche in Lampertheim - bisher ohne Ergebnis, was Steffen Götz dazu bewog, „e mool zu spinne", um zu sehen, „was ma do kennt so finne." Er regte an, nicht senkrecht, sondern diagonal in Richtung Worms zu bohren: „Was die Wormser henn eehr Lebdaag nit g'funne, finnen mer Kerweborscht innerhalb von 24 Stunne." Und auch der Heilige Gral und das Bernsteinzimmer ließen sich mit Sicherheit in Lampertheim finden - um diese dann passend im Heimatmuseum auszustellen.
Kritische Töne richteten die Kerweborscht an die Mächtigen dieser Welt und die zahlreichen Krisen- und Kriegsherde - und erinnerten, dass man an Tagen wie der Kerwe die Menschen, die in diesen Regionen leben, nicht vergessen sollte. „Geijt in eisch unn besinnt eisch eehr Spinner, denn bei kaonaom Krieg gibt's jemools en Gewinner."
Doch am Ende herrschte wieder ausgelassene Stimmung, besonders als unter dem Applaus aller Anwesenden der Kerwekranz getauft wurde.
Kulinarisch warteten auf die Kerwegäste wieder zahlreiche Höhepunkte: Ob Wellfleisch mit Peffer und Kartoffeln, Rippchen mit Kraut oder andere deftige Spezialitäten, passend zu einem Glas kühlen Bier. Benjamin Kloos