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  • Di., 27. April 2021, 12:28 Uhr
    VERKEHRSUNFALLSTATISTIK: Polizeipräsidium Südhessen veröffentlicht Daten für 2020 / Niedrigste Zahl an Schwerverletzten seit Bestehen des Polizeipräsidiums

    Weniger Verkehrsunfallfluchten und Wildunfälle

    ie Anzahl der Wildunfälle im Kreis war 2018 erfreulicherweise erneut rückgängig. Foto: ADAC


    SÜDHESSEN – Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht besonders und ist nicht mit vorangegangenen Jahren zu vergleichen. Die Corona-Pandemie hat auf fast alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens maßgeblich Einfluss genommen.

    Der lange Lockdown, geschlossene Gastronomie sowie ausgefallene Festveranstaltungen und Vermeidung der räumlichen Enge im ÖPNV durch vermehrte Nutzung von Fahrrädern oder Fahrzeugen, ausgefallene Urlaubsreisen und nicht zuletzt die geschaffenen Home-Office-Möglichkeiten, haben sich auch auf den Straßenverkehr und somit auf die Verkehrsunfalllage ausgewirkt.

    Vor diesem Hintergrund lassen sich die Unfallzahlen des Jahres 2020 nur bedingt mit den Erhebungen der Vorjahre vergleichen. Eine der wenigen positiven Auswirkungen der Pandemie ist, dass die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent gesunken ist. Bei Unfällen mit Personenschaden ist ein Rückgang um 13,6 Prozent zu verzeichnen.

    Unfälle mit schwerem Personenschaden (schwer- oder tödlich verletzte Unfallbeteiligte) mussten 8,4 Prozent weniger aufgenommen werden. Bei 34 Unfällen wurden insgesamt 35 Verkehrsteilnehmer tödlich verletzt. Dies stellt zwar die bedauerliche Steigerung um einen tödlich Verunglückten dar, jedoch ist die Entwicklung in der Langzeitbetrachtung als positiv zu bewerten.

    Zwölf der tödlich Verunglückten wurden als Autofahrer oder Mitfahrer in das Unfallgeschehen verstrickt. In zehn Fällen als motorisierte Zweiradfahrer oder deren/dessen Mitfahrer.

    Weitere neun Fahrrad-/Pedelecfahrer verloren ebenso ihr Leben bei der Teilnahme am Straßenverkehr, wie auch drei Lastwagenfahrer bzw. Mitfahrer und ein Fußgänger.

    Bei der genaueren Betrachtung der tödlichen Unfälle können weder im Hinblick auf eine mögliche örtliche Konzentration, noch hinsichtlich des jeweiligen Unfallhergangs Auffälligkeiten festgestellt werden. Die Zahl von 602 Schwerverletzten liegt um 8,9 Prozent unter der des Vorjahres und stellt den niedrigsten Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südhessen dar.

    Nichts desto trotz muss es weiter das oberste Ziel bleiben, die Zahl der Unfälle, im Besonderen diese mit schweren Unfallfolgen, weiter zu reduzieren. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass einhergehend mit diesen statistischen Zahlen persönliche Schicksale verbunden sind.

    Im Polizeipräsidium Südhessen haben die Verkehrsunfallfluchten mit 5.982 den annähernd gleichen Rückgang erfahren, wie auch die Gesamtzahl der Unfälle (-16,6 Prozent). Demnach haben sich bei 28,9 Prozent aller im Polizeipräsidium Südhessen in 2020 polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle die Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt. In rund 95 Prozent der Fälle handelt es sich hierbei um Sachschadensunfälle. Die Aufklärungsquote liegt bei 39 Prozent. Die Polizei ist bei der Aufklärung nach wie vor auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

    Im Bereich der Wildunfälle ist entgegen dem ganzheitlichen Trend nur ein geringer Rückgang von 36 Unfällen bzw. 1,5 Prozent zu verzeichnen. Die wechselhafte Entwicklung der letzten Jahre wird somit fortgesetzt. Mit 2.374 polizeilich registrierten Wildunfällen liegt die Zahl im Langzeitvergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.

    Der Zielgruppe der Senioren, der aufgrund der demographischen Entwicklung immer stärkere Bedeutung zukommt, erfährt auch in 2020 verstärkte Aufmerksamkeit bei verkehrspräventiven Maßnahmen. Durch die pandemischen Einschränkungen konnte zu Beginn des vergangenen Jahres in Südhessen nur eine Veranstaltung des hessenweiten Präventionsprogramms MAX (Maximal Mobil bleiben mit Verantwortung) stattfinden.

    Die Unfallentwicklung in der Altersgruppe der Senioren 75plus entspricht im Verhältnis den Feststellungen der Gesamtunfälle. Im Jahr 2020 wurden 251 Unfälle mit Kinderbeteiligung (0 - 13 Jahre) registriert. Dies bedeutet einen überproportionalen Rückgang um 19 Prozent. Erfreulich ist der Rückgang bei den Verunglückten um 22 Prozent auf 245. Dieser ist vor allem auf die Unfallbeteiligung von Kindern als Mitfahrer in Fahrzeugen und als Fahrradfahrer zurückzuführen. Um den Kindern ein verkehrssicheres Verhalten am Straßenverkehr zu vermitteln, sind sowohl Schulen, Eltern und auch die Polizei gefordert.

    Von Seiten der Polizei in Südhessen konnte trotz der pandemischen Einschränkungen rund 8.500 Schülerinnen und Schülern im Rahmen von Fahrradunterricht das richtige Verhalten bei der Teilnahme am Straßenverkehr beigebracht werden. Gleichfalls wurde mit mehreren tausend Kindergartenkindern ein Gehweg-Training durchgeführt. Mehrere tausend Fahrräder wurden hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit kontrolliert.

    Es gilt weiterhin die Teilnahme am Straßenverkehr für alle sicherer zu machen und die Verkehrsmoral nachhaltig zu steigern. Hierfür können jede Verkehrsteilnehmerin und jeder Verkehrsteilnehmer, durch altruistische Rücksichtnahme und erforderliche Aufmerksamkeit, maßgeblich einen eigenen Beitrag leisten.

    Helfen auch Sie mit, die Teilnahme am Straßenverkehr für sich, ihre Angehörigen, Freunde und andere sicherer zu machen. ots

     

     
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