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  • Mo., 09. Mai 2022, 16:42 Uhr
    autoMOBIL: Ein sonniger Tag mit Oldtimer-Treffen und Einkaufserlebnis

    Wenn alte Schätze und neue Glanzstücke begeistern

    Bürgermeister Gottfried Störmer und Spargelkönigin Alina-Sophie I. begrüßten das Publikum zur offiziellen Eröffnung der AutoMOBIL. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Spargelstadt Lampertheim hat das Potenzial auch Oldtimer-Stadt zu werden, wie sich schon am frühen Sonntagmorgen vor zehn Uhr beim Oldtimer-Treffen mit Fahrzeugen aus nah und fern zeigte. Eine Duftmischung lag in der Luft, die an längst vergangene Zeiten erinnerte, denn unter der Haube summt oder tuckert ein herkömmlicher Motor ohne elektronische Finessen. Dazu beigetragen hat auch die schier unfassbare Zahl von Oldtimern, die sich über Stunden von der B 44 durch die Römerstraße ihren Weg bahnten, eine lange Schlange, die am weißen, lufthaltigen Torbogen von Moderator Roland Marke persönlich mit einer ausführlichen Würdigung ihres Fahrzeugs empfangen wurden. Die jüngsten Oldtimer haben dreißig Jahre auf dem Blech, um auch in steuerlicher Hinsicht als Oldtimer zu gelten, demnach dürfen Fahrzeuge bis zum Baujahr 1922 das H-Kennzeichen tragen. Freundliche Damen des Vereins überreichten den Fahrern als Willkommensgruß ein Glas Spargel und Informationen, den Damen wurden langstielige Rosen überreicht. Bürgermeister Gottfried Störmer und Spargelkönigin Alina-Sophie I. begrüßten das Publikum und den Vereinsvorstand während einer recht kurzen Unterbrechung des Willkommensmarathons zur fünften Autoschau, die jetzt AutoMOBIL heißt, weil es Klima bedingt um Mobilität vielfältiger Weise geht. Stehvermögen bewiesen die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand. Der Verein Lampertheim Classics hatte die Besitzer historischer Fahrzeuge nach zwei Jahren Corona bedingter Pause zum Treffen und zum verkaufsoffenen Sonntag mit Autoschau der neuesten Fahrzeuge eingeladen und mit Livemusik, Bewirtung und eigenem Weinstand an der Domwiese für einen angenehmen Aufenthalt auch der vielen Besucher aus Lampertheim, Umgebung und der weiten Welt gesorgt. Auf dem weichen Rasenteppich der Domwiese war sommerliches Treiben zu beobachten, Familien machten es sich gemütlich und am Nachmittag sorgte eine Band für musikalische Hochstimmung. Schönes Lampertheim. Das gab es noch nie, so einen Ansturm von Oldtimern, meint auch Dirk Dewald von Stadtmarketing. Daher wurde im Einvernehmen mit dem Bürgermeister und Ordnungsamt die Römerstraße bis Steinmetz zum Parken auf beiden Seiten geöffnet. Mit Humor und profunden Kenntnissen aller Details kommentierte Roland Marke die Fahrzeuge. Geläufig sind ihm Modelle aller Baujahre samt ihren Besonderheiten. „Ein geiles Heck und diese riesigen Felgen“ fielen ihm sofort auf. Einem Mercedes 240 D rechnete er nur 65 PS zu, was die erkannten „Barockfelgen“ optisch wettmachten. Ein Fiat mit Heckklappe war mit 18 „höllischen PS“ unterwegs, ein winziges rotes Goggomobil kam mit nur rund 13 PS gut voran, entließ aber aus dem Auspuff eine weiße Fahne mit Duftnote. Michael Zayc, 1. Vorsitzender von Lampertheim Classics, klärte die Zuschauer auf: „Ein Oldtimer ist ein nachhaltiges Fahrzeug“.

    Grünes Lampertheim – schöner Aufenthalt am Sonntag ausnahmsweise auf der Domwiese, die von der Stadtgärtnerei sorgfältig gepflegt wird. Foto: Hannelore Nowacki


    Die unterhaltsame Versteigerung eines gelben Motorrads von Günter Biehal auf der Domwiese erbrachte stolze 3.950 Euro zu Gunsten der medizinischen Versorgung ukrainischer Kriegsopfer, das war es Frank Ryschka aus Worms wert. Einen guten Sound hat die Maschine, davon konnten sich die Zuschauer überzeugen. In der Innenstadt waren zwischenzeitlich die Kaiserstraße und Domgasse voll von Besuchern, die ab 13 Uhr in den Geschäften einkaufen konnten, aber schon zwei Stunden vorher Gelegenheit hatten, die ausgestellten Neufahrfahrzeuge der teilnehmenden Autohäuser in den Blick zu nehmen. Während es bei der Oldtimer-Parade in der Römerstraße und am Dom eher auf die Äußerlichkeiten ankam, ging es bei den Neufahrzeugen auch um die inneren Werte, zum Beispiel war ein Blick in den Kofferraum besonders wichtig. In bester Einkaufsstimmung waren die Geschäfte voll geworden, es machte offensichtlich Spaß bummeln und einkaufen zu gehen. Eine Kundin aus Bensheim war mit dem Oldtimer angereist und schloss einen Stadtbummel mit Freunden an, der sie zu Horlé-Moden führte. Ebenfalls bei Horlé hatte  Familie Ewald aus Hirschhorn die Living-Abteilung erreicht. Vom Oldtimer-Treffen und verkaufsoffenem Sonntag in Lampertheim hatten sie aus einem kleinen Veranstaltungskalender erfahren, den sie auf dem Mannheimer Maimarkt am Tourismusstand des Kreises Bergstraße mitgenommen hatten. „Gut gemacht“, fand Harald Ewald das Ereignis. Hannelore Nowacki

    An der Domwiese mit Blick auf den Europaplatz parkte hübscher, glänzender Opel Olympia in original Taubengrau und nachträglich rot lackiertem Dach, 1951 wurde er gebaut und macht „Fräulein Betty“ aus Wiesbaden glücklich. Mit Zwischengas beim Schalten und ohne Servolenkung sei er nicht leicht zu fahren, verriet sie im Gespräch mit dem TIP. Über Landstraßen ist nach Lampertheim gelangt und würde auf jeden Fall wiederkommen. Foto: Hannelore Nowacki

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