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  • Di., 09. April 2019, 08:57 Uhr
    Besucher strömten zum Internationalen Lampertheimer Ostermarkt 

    Wenn Nadelstiche und Geduld zur Kunst werden

    Diese zarten Schneeglöckchen sind aus Glas. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Farben und Formen, Kunst und Kultur, Freude am Schauen und Kaufen – ein Gesamtkunstwerk mit Erlebnisqualität war der Internationale Lampertheimer Ostermarkt in der Hans-Pfeiffer-Halle, der am Samstagmittag feierlich mit einem Konzert der Bläserklasse 5 des Lessing-Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrer Jérôme Dath eröffnet wurde. Nach der „Ode an die Freude“ begrüßte Bürgermeister und Schirmherr Gottfried Störmer die Zuschauerrunde und wies darauf hin, dass der veranstaltende Lions Club die Erlöse regelmäßig in soziale Projekte fließen lasse. Auf den anschließenden Rundgang mit Spargelkönigin Christin I. freue er sich. Wie jedes Jahr gab es auch diesmal ein besonderes Thema, das die Technischen Betriebsdienste unter der Leitung von Sabine Vilgis gestaltet hatten. Um „Straßenbäume“ ging es in der Ausstellung, mit Vorschlägen der Pflanzenexperten, wie man den Garten mit Obstbäumen und blühenden Unterpflanzungen wie ein Blumenbeet gestalten kann. In Lampertheim pflegen die städtischen Mitarbeiter das ganze Jahr über 6.000 Bäume, teilte Störmer den Zuschauern mit. Zum Abschluss des Ostermarktes am Sonntag hatten die Besucher Gelegenheit die ausgestellten Pflanzen zu erwerben. Lions Club-Präsident Johannes Haefele sprach in seinen Begrüßungsworten von Ostern als großes Fest, vom Erwachen der Natur, vom Feiern des Lebens, vom Ei als Symbol des Lebens. Der Erlös werde für einen sozialen Brennpunkt in Lampertheim und den Waldlehrpfad verwendet. Während im Foyer wenig später das Publikum Platz genommen hatte, um ein weiteres Schülerkonzert zu hören, das von der Band-Coaching AG des Lessing-Gymnasiums einstudiert war, flanierten viele Besucher in der weitläufigen Halle zu den über 50 Ausstellungständen, drängten sich hier und da, verweilten in Bewunderung der filigranen Eikünste und kunstvoller Malerei selbst auf kleinster Eischale. Helmut Meister, künstlerischer Leiter der Ausstellung und selbst Aussteller, applizierte am Stand winzige Perlen auf Eier, die fertigen Kunstwerke im aktuellen Afrika-Look teilten sich die Auslage mit Löwen, Zebras und Giraffen. Unter den elf neuen Ausstellern war Anna Petruschke aus Offenbach am Main, die ihre gefrästen Gänseeier zusätzlich aufblättert und wie Blüten gestaltet. Andere Gänseeier verwandelt sie mit Acrylfarben und Eitempera in bildliche Kunstwerke. Eigentlich sei sie Malerin, erklärte sie, der Malerei werde sie sich wieder vorrangig widmen. Auch Katja Brand aus Herxheim am Berg stellte zum ersten Mal beim Ostermarkt aus, ihre handgefertigten Teddybären als Pfälzer Bären mit Herz und Hasen zum Liebhaben schauten die Besucher freundlich an. Gefilzte Wolle macht Styroporeier zu echten Weicheiern. Wie das geht? Sandra Müller aus Ludwigshafen und ihre Mutter Katharina Ott brauchen unzählige Nadelstiche, bis die zarte Filzwolle sich fest mit dem Styropor verbindet, ganz ohne Klebstoff. Das machen die beiden nur für Ostern. Ihre dekorativen Tulpen, Narzissen und Schneeglöckchen aus Filzwolle werden nicht welken. Schneeglöckchen zaubert der Glasbläser aus Thüringen mit heißer Flamme, die Antje Böhm-Caspar am Stand an begeisterte Kunden verkauft, ebenso allerlei bunte Glastierchen, Blumen und Figuren aus kunstvoll geformtem Glas. Die Kunst-AG des Lessing-Gymnasiums unter der Leitung von Elke Mayer präsentierte sich mit großen Hühnern und Eiern. Ihren bemalten Holzhasen am eigenen Stand verleiht Elke Mayer jedes Jahr einen besonders liebenswerten Charakter. Ein ganz großes Ei lag dekorativ auf seiner Unterlage in der Straßenbaum-Ausstellung, ein Straußenei, dessen Gewicht alle Kinder bis 14 Jahre beim Ostereier-Schätzspiel erraten durften. Den Gewinnern sind schöne Preise versprochen. Im Foyer stellte René Kühne aus Seeheim-Jugenheim seine Malerei unter dem Titel „Fernweh & Erinnerungen“ aus, Werke mit Motiven aus fernen Ländern, die er bereist hat und die dem Betrachter mitteilen, was ihn dort fasziniert hat. Hannelore Nowacki

     

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