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  • Di., 21. Januar 2020, 12:47 Uhr
    Volles Haus beim Neujahrsempfang der Mittelstandsvereinigung Bergstraße / Kreisvorstand ernennt Werner Hartmann zum Ehrenvorsitzenden

    „Wer sich für nichts einsetzt, wird auch nichts erreichen“

    Werner Hartmann (3.v.l.) wurde von der Mittelstandsvereinigung Bergstraße zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Foto: oh


    KREIS BERGSTRASSE – Nachdem die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Bergstraße mehrfach an der Bergstraße und im Ried zu Besuch war, hatte sie zum Neujahrsempfang in den Odenwald eingeladen. In Grasellenbach-Litzelbach stießen Mitstreiter und Freunde in der vollbesetzten Festscheune Hilsighof bei MIT-Mitglied Franz Meixner auf 2020 an, in dem man auch weiterhin die „Stimme des Mittelstandes“ sein möchte.

    Normalerweise stünden die kleinen Gemeinden nicht im Zentrum solcher Veranstaltungen, aber das mache den Unterschied zwischen einer normalen Partei und der Mittelstandsvereinigung aus, sagte der Kreisvorsitzende Matthias Wilkes zu Beginn seiner Neujahrsansprache. „Wir gehen dahin, wo die richtigen Kämpfer zuhause sind und das ist zum Beispiel im Überwald.“ Es gelte, den Odenwald und die Region zu unterstützen, die unter anderem mit dem Nibelungensteig, der Siegfrieds-Quelle und der weltweit ersten Solardraisine punkte. Die Überwaldbahn ziehe jährlich 40 000 Touristen an und sei somit ein großes Plus für die Gastronomie. Der ehemalige Landrat des Kreises Bergstraße freute sich zahlreiche Mandatsträger, Gemeindevertreter, Vorstandsmitglieder sowie Dr. Matthias Zürker von der Wirtschaftsförderung Bergstraße begrüßen zu können. Einige Gäste hätten eine Anfahrt von 50 Kilometer auf sich genommen, das zeuge von Zusammenhalt. Aber auch die Zahlen sprechen für sich, denn die MIT Bergstraße nimmt mit 143 Mitgliedern in der Statistik der Landes- und Kreisverbände die Pole Position ein. In zwölf Monaten konnten beachtliche 41 neue Mitstreiter gewonnen werden. Im Rückblick auf 2019 erinnerte Wilkes unter anderem an das Martinsgansessen in Lampertheim mit Bundesminister a.D. Rudolf Seiters sowie das Treffen mit dem Hotel- und Gaststättenverband.

    Mit Jahresbeginn geht auch die erste Forderung der MIT einher: die Abschaffung der Bonpflicht. „Das ist der blanke Wahnsinn“, bemerkte Wilkes mit Blick auf den zusätzlichen Verbrauch von 5,7 Millionen Kilogramm Papier, dafür müsse jede Stunde ein 25 Meter hoher Baum gefällt werden.

    Ein großes Thema ist auch die Umgehungsstraße um Mörlenbach, wo seit dem Planfeststellungsbeschluss 2014 nichts passiert sei und in diesem Jahr der erste Spatenstich erfolgen soll. Hier müsse wie beim Fluchtstollen des Saukopftunnels im Zweischichtbetrieb gearbeitet werden und bereits jetzt die Planung für eine Fortführung der B 38a über Rimbach bis Fürth beginnen, um dieses Nadelöhr endgültig zu beseitigen, machte der Vorsitzende deutlich. Wenn man sich für nichts einsetze, werde man auch nichts erreichen, so seine Devise. Das gilt auch für die ICE-Neubautrasse. Zwar begrüße man die von der Deutschen Bahn bekanntgegebene Planung mit einem zehn Kilometer langen Tunnel zwischen Lorsch und der Landkreisgrenze zu Mannheim, doch es müsse zum Schutz von Natur und Mensch in bergmännischer Weise und nicht offen gebaut werden. Zudem könnten zwei Gleise für den Güterverkehr dafür sorgen, den zunehmenden Schwerlastverkehr auf den Straßen zu entlasten. Auch die Causa Christine Lambrecht (SPD) beschäftigt die Mittelstandsvereinigung weiter, die Bundesjustizministerin hatte im Juni 2019 als erste Amtshandlung fünf Spitzenbeamte ihres Ministeriums entlassen. Eine Anfrage, welche Kosten damit für den Steuerzahler verbunden sind, sei bis dato unbeantwortet geblieben. „Wir bleiben Ihnen auf der Spur, wir wollen die Zahl wissen, da wir inklusive aller Pensionsansprüche von einer hohen Millionensumme ausgehen“, machte der MIT-Chef deutlich.

    Eine gelungene Überraschung war die Ernennung von Werner Hartmann zum Ehrenvorsitzenden. Der Lampertheimer Landwirt, der bis Mai 2019 zehn Jahr lang die Geschicke des Kreisverbandes lenkte und jetzt als Stellvertreter fungiert, sei unglaublich tatkräftig und stehe wie ein Fels in der Brandung, sagte Wilkes. „Er ist jemand, der mit guter Überlegung und viel Sachverstand die Dinge so vertritt, wie sie tatsächlich sind.“ Sein Vorgänger habe Menschen zusammengebracht und mit seiner Haltung begeistert. Die Freude über den Ehrentitel war groß, und Hartmann versprach nach Übergabe der Urkunde auch weiterhin den Finger in die Wunde zu legen. Die Veranstaltung klang in gemütlicher Atmosphäre und bei Odenwälder Spezialitäten von Reiner Rettig, der 2019 als „Mittelständler des Jahres“ ausgezeichnet wurde, aus. Am Ende gab es übrigens nur einen Bon, die Mittelstandsvereinigung hatte ihre Gäste eingeladen. zg

     

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