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  • Di., 28. Juni 2016, 13:28 Uhr
    Ausstellung mit Werken von Christoph Menger in der „Galerie im Haus am Römer” bis 9. Juli zu sehen

    Wertvolle Kunstwerke aus Abfall hergestellt



    In seiner Ausstellung präsentiert Christoph Menger Kunst aus Dosen – so wie dieser Baum sind etliche seiner Bilder wahre Recyclingprodukte. Foto: Benjamin Kloos

    LAMPERTHEIM – Eine besondere Ausstellung erwartet die Besucher derzeit in der „Galerie im Haus am Römer”: Noch bis zum 9. Juli sind hier zu den Öffnungszeiten des Haus am Römer bei freiem Eintritt die Werke von Christoph Menger zu sehen. Dieser verwandelt auf intelligente und ästhetisch ansprechende Weise Müll zu farbenfrohen und phantasievollen Welten, die Freude machen und genügend Raum für freie Gedanken bieten. Erst bei näherer Betrachtung erkennt oder besser erahnt der Kunstinteressierte das eigentliche Ursprungsmaterial der verschiedenen Kunstwerke: Denn der Groß-Rohrheimer legt einen Schwerpunkt auf die Verwendung von Dosen, aber auch von Kronkorken und Champagnerdeckeln.

    Dabei stellt er die Getränkedose als materiellen Rohstofflieferanten in das Zentrum seiner Arbeit. Aus einer Ansammlung deutscher und internationaler handelsüblicher Dosenmarken entwickelt Menger seit 1997 in mühevoller Kleinarbeit 3D-Bilder, Postkarten und Mosaikbilder mit faszinierenden Motiven – seien es Kühe mit dem Coca-Cola-Logo, Fische mit dem Schriftzug Heineken oder ganze Bäume, Wälder und Städte. Die einzelnen Bausteine, quadratische Pixel von der Größe eines Fingernagels, oder unregelmäßig geschnittene Plättchen sowie figürliche Motive wie Tiere werden nach dem Abtrennen der Dosendeckel und -böden durch den Künstler mit Scheren aus dem Weißblech ausgeschnitten. Mit zahlreichen, oft tausenden, dicht nebeneinander gelegten kleinen Mosaiksteinen nehmen die Werke zusehends Gestalt an – bis sie ein beeindruckendes Ganzes ergeben. „Die glitzernden, glänzenden Farben der Dosen faszinieren mich”, so Menger zu seiner Inspiration.

    Auch nach 25 Jahren entstehen die Kunstwerke des Vollblutkünstlers – von denen jedes durch die individuelle Herstellung ein Unikat ist – mit sehr viel Liebe. Dabei geht Christoph Menger mit einem besonderen Blick durch die Welt und betrachtet Dosen und Flaschen aus einem anderen Blickwinkel – dem Blickwinkel des Künstlers. „Mit meinen Kunstwerken dokumentiere ich das Konsumverhalten der Menschen in der Zeit, in der ich lebe. Dabei kann man in meinen Bildern sehen, wie sich die Designs im Lauf der Jahre verändern, ebenso wie das Material”, erläuterte Christoph Menger im Rahmen eines Pressegesprächs. Und hebt gleichzeitig mahnend den Zeigefinger: „Die Dose an sich ist ein Superprodukt, mit dem sich gut arbeiten lässt. Aber mit Blick auf unsere Umwelt ist ein wesentlich sorgsamerer Umgang mit ihr wichtig.” Benjamin Kloos

     
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