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  • Mi., 05. September 2018, 12:52 Uhr
    Rundgang mit Behindertenbeirat zu Gefahrenstellen an der B 44 und in der Wormser Straße

    Wichtiger Appell an Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtsnahme

    An der B 44 wurden zwei Parkbuchten eingerichtet – aus Sicht des Behindertenbeirates sind diese völlig sinnlos, gefährden sie doch akut den Verkehr. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – „Es gibt viel zu tun – packen wir es an” – unter diesem Motto stand am Montag eine Begehung des TIP-Redaktiionsleiters Benjamin Kloos und dem Behindertenbeirat, vertreten durch dessen Vorsitzende Petra Brandt und Jochen Halbauer. Letzterer war aufgrund des Berichtes „Am Zebrastreifen unbedingt anhalten!” aus der TIP-Ausgabe vom 1. September an den TIP herangetreten und hatte mehrere Gefahrenpunkte für Behinderte aufgezeigt.

    Und auch hier spielte ein Zebrastreifen eine große Rolle: An der B44, direkt vor Seniorenwohnheim an der Ecke Hagenstraße/B44, fahren regelmäßig viele Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit angefahren und sehen den Zebrastreifen dementsprechend entweder zu spät oder ignorieren ihn. Dies ist besonders für Senioren gefährlich, die, beispielsweise wegen eines Rollators, nicht schnell ausweichen können. Aber auch zahlreiche Schulkinder nutzen diesen Weg und sind daher hier stark gefährdet. Zudem ist der Zebrastreifen im Winter mangels einer entsprechenden Beleuchtung kaum zu erkennen – hier wünscht sich der Behindertenbeirat zumindest eine bessere Beleuchtung und selbstverständlich eine bauliche Entschärfung, beispielsweise durch den Einbau von verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Bereich der Abbiegespur.

    Unnötige Parkbuchten 

    Auf Platz 1 der Kritik seitens des engagierten Beirates stehen jedoch zwei Parkplatzbuchten, die an der B44 in Fahrtrichtung Bürstadt eingezeichnet wurden – direkt bevor die Abbiegespur nach recht in die Hagenstraße beginnt. Viele Autofahrer parken aufgrund der stark befahrenen Straße sehr weit am Rand – verständlich, denn wer möchte schon gerne seinen Außenspiegel abgefahren bekommen. Dies führt jedoch dazu, dass Rollos, Rollatoren und Kinderwägen so auf nicht mehr auf dem Gehweg durchkommen und auf die Straße ausweichen müssten – dies ist an dieser Stelle jedoch nicht möglich, da diese zu befahren ist und zudem die Bordsteine zu hoch sind. Die Folge: Betroffene müssen einen Umweg und die Überquerung der B44 an Ampeln in Kauf nehmen. Doch auch für die Autofahrer selbst stellt diese Situation eine gefährliche Behinderung da, ist die Sicht auf die Verkehrssituation und die folgende Abbiegespur deutlich eingeschränkt. Situationen wie diese gibt es leider viele in Lampertheim und im Ried, wie Petra Brandt und Jochen Halbauer vor Ort betonten.

    Appell an Anwohner

    Ein Ärgernis für alle, die mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs sind, ist das generelle Parkverhalten, besonders an B 44. Häufig parken die PKW so weit auf dem Bordstein, dass es schwierig ist, hindurchzukommen. Wenn dann noch Mülltonnen auf den Bürgersteigen stehen, ist an ein Durchkommen nicht mehr zu denken – genauso war es auch bei der Begehung mit dem Behindertenbeirat, alleine hätte Jochen Halbauer mit seinem motorisierten Rollstuhl auf die gefährliche Straße ausweichen müssen. Daher richten der TIP und der Behindertenbeirat einen Appell an Anwohner: Bitte achten Sie beim Parken darauf, dass noch genügend Platz auf dem Gehweg für Rollstühle und Kinderwägen ist und stellen Sie Ihre Mülltonnen entsprechend zur Seite – so können ganz leicht gefährliche Situationen für alle Verkehrsteilnehmer vermieden werden.

    Ein weiterer Gefahrenschwerpunkt im Gebiet rund um die B44 stellt die Überquerung dieser in Höhe Hagenstraße an der Ampelanlage dar. Denn immer wieder fahren Linksabbieger von der Wormser Straße aus kommend sehr zügig um die Kurve. Auch hier sind Schüler, Rollstuhlfahrer und Senioren besonders betroffen, die in Richtung Hagenstraße die Straße überqueren, denn diese werden oftmals übersehen – mit Glück können die PKW und LKW noch halten, doch leider kam es hier auch bereits zu Unfällen.

    Kein Durchkommen

    Auf der anderen Seite der Kreuzung ist die Über- bzw. in diesem Fall Unterquerung der B44 durch eine Unterführung möglich. Jedoch ergeben sich auch hier kritische Punkte für Rollstuhlfahrer. Denn damit Fahrräder nicht zu schnell durch die Unterführung fahren, wurden Schranken angebracht, an einer Seite der Unterführung sogar mit einem Drehkreuz versehen. Wenn die Schranke am Drehkreuz geschlossen ist, bleibt Rollstuhlfahrern endgültig keine Chance mehr, diese zu nutzen, ein Durchkommen ist nicht möglich. Räder und Kinderwägen können unter der Schranke durchgeschoben werden, Rollstühle selbst sind jedoch zu hoch. Ein weiteres Problem der Unterführung: Mit einem manuellen Rollstuhl ist es nicht möglich, die Rampen hoch zu fahren, da diese hierfür zu steil sind. Somit bleibt erneut nur, die B 44 an der gefährlichen Ampelanlage zu überqueren.

    Schwellen als Gefahr

    Gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer ist es aufgrund von Bodenwellen und Schwellen in der Wormser Straße. Diese ziehen sich parallel zum Bürgersteig über einen langen Bereich der Straße von Rosengarten aus kommende bis zur Kreuzung an der B 44. Die Schwellen sind sehr hoch, Radfahrer müssen beim Befahren der Wormser Straße weiter in Mitte der Straße ausweichen, wenn sie unbeschadet voran kommen wollen. Dadurch ergibt sich aufgrund der Enge der Straße die Gefahr durch LKW oder PKW, die entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen müssen, um diese nicht zu berühren.

    Gerade am Fußgängerüberweg stellt sich das Problem auch für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren dar. Dieser ist kaum nutzbar, da die Gefahr besteht, dass beispielsweise der Rollstuhl aufgrund der Schwellen nach hinten umkippt. Zumindest an dieser Stelle wünscht sich der Behindertenbeirat, dass die Straße abgefräst und somit wieder als ungefährlicher Überweg genutzt werden kann – allerdings herrscht über die gesamte Strecke Restautierungsbedarf.

    Ein weiterer Gefahrenschwerpunkt befindet sich ebenfalls in der Wormser Straße, direkt am Stadtausgang Richtung Rosengarten: „Hier fehlt ein gesicherter Überweg für Radfahrer und Fußgänger”, weiß Petra Brandt aus eigener Erfahrung und Beobachtung. Denn dieser Übergang wird sehr häufig von Radfahrer, welche die ausgezeichneten Radtouren fahren, als auch besonders von Schülern und Sportlern des WSV und des Kanu-Club genutzt – ohne dass diese hier geschützt die Straße queren können, die häufig besonders stadtauswärts als Rennstrecke missbraucht wird.

    Es gibt viele weitere Punkte, die verbessert werden könnten, so beispielsweise in der Neuschloßstraße oder der Wilhelmstraße. Der Behindertenbeirat wird nicht müde werden, diese Stellen aufzuzeigen und sich für eine Verbesserung einzusetzen – für eine verkehrssichere Stadt für alle. Benjamin Kloos

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