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  • Fr., 03. Februar 2023, 09:40 Uhr
    WIDERSTAND: Gemeinsames Gedenken von Stadt Lampertheim, St.-Andreas-Gemeinde und Alfred-Delp-Schülern am Todestag von Jesuitenpater Alfred Delp

    Widerstand, Martyrium und Glaubwürdigkeit

    Eindrucksvolle Zitate von Alfred Delp hatten die Schüler der Alfred-Delp-Schule auf Plakate geschrieben. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – In Lampertheim ist der Name Alfred Delp vielfach gegenwärtig, eine Schule, ein Kindergarten und ein Platz sind nach ihm benannt und an der Pfarrkirche St. Andreas lädt die Alfred-Delp-Kapelle zum Gedenken ein. Seine ersten Lebens- und Schuljahre hatte der 1907 in Mannheim geborene Alfred Delp in Hüttenfeld und Lampertheim verbracht. Ein Schild am Haus in der Römerstraße mit dem Schwanensaal gibt Auskunft über Alfred Delp, den Jesuitenpater und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, der am 2. Februar 1945 im Hinrichtungsgefängnis Berlin-Plötzensee gehängt wurde. Am berüchtigten Volksgerichtshof war er am 11. Januar 1945 wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt worden, nachdem ihn die Gestapo am 28. Juli 1944 nach dem Morgengottesdienst in München-Bogenhausen verhaftet hatte. Seine Asche verteilten die Nazis auf den Rieselfeldern für die Abwässer in Berlin. Am Donnerstag jährte sich sein Todestag zum 78. Mal. Gemeinsam hatten die Stadt Lampertheim und die katholische Pfarrgemeinde Lampertheim die Bevölkerung an seinem Todestag zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung auf dem Europaplatz vor dem Schwanensaal eingeladen. In großer Runde hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die Bürgermeister Gottfried Störmer und Pfarrer Christian Rauch begrüßten. Die  Glocken der nahe gelegenen der St.-Andreas-Kirche läuteten eindringlich, auch später noch einmal, als Dr. Peter Kern, der Vorsitzende der Alfred-Delp-Gesellschaft Mannheim, seine Gedenkrede hielt. Gemeinsam hielten Bürgermeister, Pfarrer und Kern für eine Gedenkminute am aufgestellten Kranz inne.

    Bürgermeister Gottfried Störmer betonte, wie die Botschaft von Pater Alfred Delp auch heute noch sei. Foto: Hannelore Nowacki


    Die Katholische Kirchenmusik Lampertheim unter Leitung von Markus Niebler leitete die Gedenkveranstaltung mit dem musikalischen „Dankgebet“ ein, später folgte der Choral „Eventide Fall“, zum Abschluss das Stück „Von guten Mächten“. Überall in der Runde leuchteten Kerzen, die Mitglieder der Kirchengemeinde verteilt hatten. Bürgermeister Störmer betonte, dass es wichtig sei, die Botschaft, die Pater Alfred Delp hinterlassen hat, an diesem Tag in Erinnerung zu rufen. Mit ihrem Nachspiel der Gerichtsverhandlung gegen Pater Alfred Delp machten Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Alfred-Delp-Schule die Haltung des Geistlichen und Widerstandskämpfer Alfred Delp deutlich, der sich von der brutalen Verhandlungsführung des Volksgerichtshofs nicht beugen ließ. In seinem Vortrag wies Dr. Peter Kern darauf hin, dass Alfred Delp die Gottesnähe gesucht habe, diese sei ihm jedoch immer nur in Verbindung mit der Menschennähe möglich gewesen – sein Lebensthema, dem er am Ende sein Leben opferte. Als dem Leben zugewandt beschrieb er Alfred Delp, der für seinen Humor bekannt gewesen sei und bei der Jugend beliebt, der auf seine Kirche hier und da einen kritischen Blick hatte und früh einen Sensor für das Falsche hatte. Kern beantwortete die Frage nach der Bedeutung seines Schicksals für die heutige Welt mit der Beschreibung des Wirkens Delps, der darum gekämpft habe, jüdischen Mitbürgern zur Flucht zu verhelfen und sich in seiner Predigt in Bogenhausen der Euthanasie entgegen stemmte. „Hoffnung und Glaubwürdigkeit – dafür steht er“. In ihrem Nachspiel der Gerichtsverhandlung waren aus den Originalprotokollen die wüsten Beschimpfungen zu hören, die der Gerichtsvorsitzende Freisler gegen den Angeklagten Alfred Delp vorbrachte, der als Widerstandskämpfer wie Graf von Moltke auch Mitglied im „Kreisauer Kreis“ war. Mit Zitaten aus den Briefen und Schriftstücken, die Alfred Delp während seiner Gefangenschaft verfasst hatte und die aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt werden konnten, beleuchteten die Schüler in Worten und auf  Plakaten, was den Menschen Alfred Delp auszeichnete. „Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben dürfen, weil wir gestorben sind“ hatten die Schüler aufgeschrieben oder auch „Die Freiheit ist der Atem des Lebens“. Gerne griffen Zuschauer ins Körbchen mit Zitaten von Alfred Delp, die eine Schülerin herumreichte. Im Anschluss fand ein Festgottesdienst in der St.-Andreas-Kirche mit Tobias Zimmermann aus Mannheim als Festprediger aus dem Jesuitenorden statt, musikalisch gestaltet vom Chor „Ephata“. Hannelore Nowacki

    Pfarrer Christian Rauch sprach zum Abschluss der öffentlichen Gedenkveranstaltung auf dem Europaplatz ein Gebet. Foto: Hannelore Nowacki


     

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