Frauengemeinschaft Maria Verkündigung veranstaltete Vortrag der Bergsträßer Freizeit-Imker
„Wie kommt der Honig in das Glas?“
Die Freizeit-Imker Hannelore Rexroth und Martin Weyrauch hielten einen interessanten Vortrag zum Thema Bienen. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – „Wie kommt der Honig in das Glas?“ – diese und viele weitere Fragen beantworteten die beiden Bergsträßer Freizeit-Imker Hannelore Rexroth und Martin Weyrauch im Rahmen ihres Vortrags am Mittwoch im Jugendheim Maria Verkündigung. Entstanden war die Veranstaltung auf Initiative der Frauengemeinschaft Maria Verkündigung. Ein informativer und spannender Vortrag erwartete die zahlreichen Besucher der Veranstaltung.
„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, warnte einst Albert Einstein. Honig wird seit mehr als 9.000 Jahren als Nahrungsmittel von uns Menschen genutzt. Wir Deutschen sind Weltmeister im Honigessen: Im Schnitt vernascht jeder von uns jährlich etwa ein Kilo des süßen Saftes.
Hannelore Rexroth, Mitglied des Imkervereins Bensheim, imkert in ihrer Freizeit neben ihrer beruflichen Vollbeschäftigung seit 2006 gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Martin Weyrauch, Vorsitzender des Imkerkreises Bergstraße. Sie gaben gemeinsam Auskünfte über die Lebensweise der Bienen, den Insektenrückgang, über Honigqualitäten und erklärten zunächst die Unterschiede zwischen Honigbiene, Erdhummel, Wespe und Hornisse. Bei den Bienen, die erstaunlicherweise eine Fluggeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde aufweisen, unterscheidet man zwischen der Arbeiterin (die eher zarte weibliche Biene), der Drohne (die eher gedrungene männliche Biene, die nicht über einen Stachel verfügt) und der Königin, deren Hauptaufgabe darin besteht, Nachwuchs zu produzieren. Sowohl vom Aussehen her als auch in der Funktion herrschen Unterschiede zwischen den drei Bienenwesen. Grundsätzlich entwickelt sich eine Biene in nur 21 Tagen vom stecknadelgroßen Ei zur lebens- und arbeitsfähigen Biene. „Das ist von der Natur her sehr außergewöhnlich“, erklärte Weyrauch. Interessant für die Besucher war auch, dass die Imker die Königin, die eine Lebensdauer von etwa fünf Jahren hat, farblich markieren, um sie vom Bienenvolk unterscheiden zu können.
Anschließend wurde die Lebenszeit und die Aufgaben der Arbeiterbiene näher beleuchtet. Welche Arbeiten sie wann macht, ist klar definiert und reicht vom Brutwärmen und Füttern der Larven über die Wachserzeugung bis hin zur Blütenbestäubung. Bienenwaben wurden erklärt und zur Veranschaulichung im Saal herumgereicht. In der Winterzeit liegt die Hauptaufgabe der Bienen darin, die Königin warm und am Leben zu erhalten. Entgegen der Königin können Bienen nur etwa fünf Wochen im Sommer oder fünf bis sechs Monate im Winter
überleben. Weitere Aufgaben sind das Sammeln von Pollen, Nektar, Kittharz und Wasser. „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, warnte einst Albert Einstein – deshalb gilt es das wichtige Insekt zu schützen. Foto: pixabay.de
Auch die verschiedenen Tätigkeiten des Imkers in den vier Jahreszeiten wurden erklärt. „Wie entsteht eigentlich die Königin?“ - Rexroth erklärte, dass die alte Königin das Volk verlässt und das Bienenvolk eine neue Königin auserwählt, die dann von Beginn an besser versorgt wird. Wenn mehrere angelegt werden, kommt es zu einem regelrechten Kampf untereinander, bis nur noch eine übrig bleibt. Ein sogenannter Schwarm mit einem Gewicht von etwa zwei Kilogramm entsteht aus der alten Königin und den Flugbienen. Imker werden oftmals verständigt, um solche Schwärme einzufangen. „Leider gibt es heutzutage keine Hohlbäume mehr, wo sie überwintern können“, erklärte Weyrauch. Nach dem Einfangen entwickelt sich ein ganz normales Bienenvolk.
Sobald eine neue Königin geschlüpft ist, fliegt sie etwa drei bis vier Kilometer weit weg zu anderen Völkern, um von mehr als zehn Drohnen begattet zu werden – ein ebenfalls interessantes Phänomen. Die eigentliche Hauptaufgabe der Bienen liegt darin, Blüten von Apfel, Birne, Kirsche oder Buchweizen zu bestäuben. Sie können bis zu 2.000 Eier am Tag legen.
Weyrauch teilte mit, dass es besonders wichtig ist, die Bienen und Insekten zu schützen. Als dramatisch bezeichnete er das Insektensterben seit vielen Jahren. Imker unterstützen daher vielfältige Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Landwirten Förstern und Jägern – auch Aktionen in Städten mit der Botschaft, blühende Landschaften zu schaffen, um dem Insektensterben entgegenzuwirken.
Verschiedene Honigarten wie der Blütenhonig, kräftiger Waldhonig und leichter Frühlingshonig wurde den Gästen zum Abschluss zum Probieren gereicht. Nähere Informationen finden Sie unter www.bienen-wiese.de Sigrid Samson