„Interessengemeinschaft Ackerflächen erhalten” bezieht zu geplanten Straßen Stellung
Wie kommt die Kröte in Bürstadt über die Straße?
Blick auf das Gelände einer der beiden geplanten neuen Straßen. Foto: oh
BÜRSTADT – „Dass sich unsere Erde nur entwickeln konnte, indem sich unterschiedlichste Entwicklungsstufen von Planzen und Tieren begegneten und hierdurch spezialisierten, ist allseits bekannt. Der Einzige, der hier die weitere Entwicklung behindert, beziehungsweise verhindert, ist der Mensch”, so die „Interessengemeinschaft Ackerflächen erhalten” in einer Pressemitteilung. „Nehmen wir zum Beispiel die Kröten aus der Familie der Amphibien (Lurche, Molche, Frösche, Schlangen, Eidechsen usw.), die auf ihrem Weg zu den Laichplätzen teils weite Strecken über das Land zurücklegen müssen. Vielen sind schon die Miniaturzäune an den Landstraßen aufgefallen, die dem Amphibienschutz dienen und von Umweltschützern zum Erhalt der Vielfalt in unserer Naturaufgestellt wurden, weil Straßen das natürliche Wanderverhalten der Tiere verhindert. Nun sollen nach dem vorliegenden Verkehrsrahmenplan der Stadt zwei neue Verkehrsanbindungen um Bürstadt herum entstehen. Die eine Hauptanbindung soll auf der östlichen Seite der Bahnlinie als Verlängerung der Straße „Im Röschen“ in Richtung „Boxheimer Hof“ geführt werden. Die andere Anbindung soll zwischen Riedrode und dem Freizeitkickergelände beginnend, nordöstlich am Gewerbegebiet hoch zu der Rossmann-Halle verlaufen. Beiden Tangenten liegen gravierende Beeinträchtigungen des natürlichen Lebensraumes der hier lebenden Amphibien, Insekten, Vögel und sonstigen wildlebenden Tieren zugrunde. Auch das beschlossene „Radwegenetz Ried“ passt wegen der Querung der Straßenführung nicht zu diesem Verkehrsrahmenplan. Die geplanten zusätzlichen Verkehrsadern dienen nur dem motorisierten Verkehr, um hier eventuell ein bis zwei Minuten Zeit einzusparen.”
Nach einer Begehung durch Mitglieder der „IG-Ackerflächen erhalten“ kommen diese zu dem Ergebnis, dass diese Straßenbauten von der Verkehrslenkung nicht notwendig sind und überdies den freien Zugang von Bürstadt in die nordöstlichen Erholungsgebiete verhindern. Vermutlich liegt den Planungen auch eine eventuelle Schließung des Bahnübergangs Forsthausstraße zugrunde.
Bei einer Realisierung werden erhebliche Steuermittel aus diversen staatlichen Haushalten benötigt, die dann als Subvention der Wirtschaft zu bezeichnen sind. Die überwiegende Anzahl der Bürger in Bürstadt hat nichts davon. Eher sind die Nachteile zu tragen, die sich aus der Zerstückelung unserer Natur ergeben.
„In den 1980er-Jahren wurde noch viel Wert auf den Erhalt der Biotopvernetzung mit Ackerrandstreifen und den Gräben gelegt, die dem Erhalt unserer vielen Naherholungsgebiete und unserer Natur diente. Die Erreichbarkeit der Naherholungsgebiete in den Feldern mit ihren Biotopen ist dann für die Bevölkerung nur noch mit Hindernissen gegeben. Und hier schließt sich der Kreis zu unseren Kröten, deren Laichplätze dann auch nicht mehr erreichbar sind.”
Noch ist es nicht zu spät. Bei der jüngsten Versammlung der Interessengemeinschaft „IG - Ackerflächen erhalten“ wurde unter anderem das Ziel genannt, diese in der Planungsphase befindlichen Verkehrsanbindungen zu vermeiden, um die bestehenden, wertvollen Acker- und Naturflächen rund um Bürstadt zu erhalten.Weitere Interessierte können sich gerne bei Erika Metzner telefonisch unter 06245/5122 melden.zg