Befragungen verschiedener Krankenkassen zeigen, dass viele gesetzlich versicherte Menschen von Schwierigkeiten berichten, innerhalb kurzer Zeit einen passenden Facharzttermin zu finden. Zahlreiche Patientinnen und Patienten schildern diese Hürden in ihrem Alltag. Oft beginnt der Aufwand bereits bei der ersten Kontaktaufnahme. Häufig entstehen längere Wartephasen, die den Behandlungsablauf verzögern können. Gleichzeitig wächst das Interesse an neuen Ansätzen, die den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern sollen und regionale Unterschiede stärker berücksichtigen.
Viele Menschen erleben tagtäglich, wie schwierig es sein kann, überhaupt jemanden in einer Praxis zu erreichen. Andere stellen fest, dass Rückrufe ausbleiben oder Terminvorschläge weit in der Zukunft liegen. Immer mehr Stimmen aus Patientenvertretungen fordern daher, die regionale Verteilung der Praxen genauer zu betrachten. Vor allem ländliche Räume verlieren zunehmend medizinisches Personal. Besonders deutlich wird das bei manchen Fachbereichen. Selbst wer sich in der Nähe größerer Städte bewegt, trifft auf Hürden. In einigen Orten berichten Betroffene, dass sie deutlich längere Wege einplanen müssen. Ebenso zeigt sich, dass bestimmte Fachrichtungen stärker unter Druck geraten. Unter anderem schildern Menschen aus Rheinland Pfalz, dass sie etwa bei den Zahnärzten in Worms trotz guter Ausstattung manchmal längere Wartezeiten erleben, weil die Nachfrage einfach schneller wächst als die Kapazitäten.
Anschließend offenbart ein Blick auf Zahlen verschiedener Kassenärztlicher Vereinigungen, dass viele Regionen seit Jahren ihre medizinische Balance verlieren, da Praxen altersbedingt schließen und Nachfolgerinnen sowie Nachfolger fehlen. Zugleich verbessert eine gezielte Standortplanung allmählich die Lage. Mancherorts entstehen neue Modelle, die Ärztinnen und Ärzte mit Kommunen zusammenbringen, um geeignete Praxisräume anzubieten. Dieser Ansatz soll vor allem Nachwuchs motivieren, sich nicht nur in Metropolregionen niederzulassen. Darüber hinaus entstehen Pilotprojekte, die mobile Teams in strukturschwachen Gegenden einsetzen. Besonders hilfreich wirken zudem kommunale Gesundheitslotsen, die Patientinnen und Patienten auf freie Termine in anderen Orten aufmerksam machen und beim Organisieren unterstützen. Vielerorts verbessert das bereits den Zugang. Immer mehr Gemeinden prüfen daher, wie sie eigene Unterstützungsangebote aufbauen können.
Zahlreiche Patientinnen und Patienten greifen mittlerweile auf digitale Terminportale zurück. Andere melden, dass sie dort deutlich schneller fündig werden als am Telefon. Besonders hilfreich wirkt, dass viele Portale freie Slots in Echtzeit anzeigen. Immer wieder berichten Nutzerinnen und Nutzer, dass kurzfristig abgesagte Termine rasch wieder vergeben werden. Auch Ärztinnen und Ärzte profitieren, weil Ausfallzeiten sinken. Sehr häufig zeigen Daten der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2022, dass digitale Buchungen sowohl für Praxen als auch für Patienten spürbare Zeitgewinne bringen. Gleichzeitig verändern neue Tools den Umgang mit Voruntersuchungen. Einige Systeme sammeln vorab medizinische Basisinformationen und entlasten so die Abläufe.
Weiterhin beobachten Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, dass digitale Systeme vor allem dann gut funktionieren, wenn Praxen ihre Arbeitsabläufe klar strukturieren. Besonders wirksam sind digitale Wartezimmer, in denen sich Patientinnen und Patienten vorab einchecken. Anschließend verkürzt sich die Zeit im realen Wartebereich. Immer häufiger entstehen regionale Pilotprojekte, die digitale Terminbörsen zwischen mehreren Fachrichtungen koordinieren. Dadurch sinkt die Zahl der Papierüberweisungen und Rückfragen. Außerdem wächst die Bereitschaft, telemedizinische Angebote zu nutzen, wenn körperliche Untersuchungen nicht zwingend erforderlich sind. Dadurch lassen sich Vorabklärungen schneller durchführen.