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  • Fr., 13. Februar 2026, 08:50 Uhr
    RATHAUSSTURM IN BÜRSTADT: Wikinger-Kapitän Halvar Boris Wenz stemmte sich gegen den Wind der Fastnacht

    Wilde Wikinger außer Rand und Band, aber die Narren waren stärker

    „En Rothaus braucht Verstand und Kraft, nicht Glitzer, Kappen, Narrensaft, do werd regiert, geplant, gedacht – nicht oifach wild herumgelacht“, wurden die Zuschauer aufgeklärt. Vorne der Wikinger-Kapitän Halvar Boris Wenz auf dem Schiff.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Neueste Nachricht aus dem Rathaus! Jetzt ist der Stadtschlüssel in Narrenhand – aber nur bis Aschermittwoch. Nach mundartlichen Wortgefechten und Wettkampf-Spektakel zwischen Narren und Wikingern unter den letzten Strahlen der untergehenden Sonne endete der Rathaussturm am Donnerstagabend friedlich mit einem allgemeinen Umtrunk aller willigen Narren und Zuschauer im Rathausfoyer. Schon am späten Nachmittag hatte sich einiges am Sitz der Stadtverwaltung zusammengebraut – ein Wikingerschiff stand unter Dampf, war drauf und dran mit starker Mannschaft an Bord auszubrechen und ein Banner verkündete „Wickie stürmt das Rathaus“. Eine spannende Geschichte bahnte sich an, denn Wikinger-Kapitän Halvar mit prächtigem Gehörn ausgestattet, hatte ein Problem: Tochter Wickie war zu den Narren übergelaufen. Das echte Vater-Tochter-Gespann raufte sich am Ende wieder zusammen, denn die tapfere Wickie hat als Präsidentin der Vereins-AG Saskia Leipert in den nächsten Tagen noch viel vor und Bürgermeister Boris Wenz muss bei aller Narretei den Überblick behalten. Ob nun wirklich alle Paragrafen gelten, die Stadtprinzessin Louisa I. verlesen hatte, überblickt sicher die Ordnungshüterin der Wikinger. Gewonnen haben die Narren auch deswegen, weil die Wikinger die Hörner beim Wasserlauf austranken statt zu transportieren. 

    Bis Aschermittwoch regiert die Narretei – der Bürgermeister übergab den Rathausschlüssel nach unterhaltsamen Wettkämpfen und Redeschlachten.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Erzählerin Stefanie Reis, mitreißende Verteidigerin der Wikinger in schönster Bürstädter Mundart, ließ am Ende versöhnliche Töne hören: „mär henn verlore, jetzt habe se uns im Griff“ – „doch ich seh schun, so unähnlich sind mär uns nett, auch mär feiern gerne und trinken viel Met“. Und so fing alles an: Mit kraftvollen Klängen war der Musikzug der Feuerwehren Bürstadt/Hofheim unter der Leitung von Erik Minnder zum Rathaus gezogen und begleitete das Geschehen mit Pauken und Fanfaren. Eine beachtliche Narrenschar ging vor dem Rathaus in Stellung, die Vereins-AG mit Präsidentin Saskia Leipert zog ein, im roten Festkleid strahlte Stadtprinzessin Louisa I., gefolgt von den rot-weißen Garden des SKK 50 und der blau-weißen HCV-Narrenschaft und den apfelgrünen Sackschdoahoggern. In weiter Runde standen die Zuschauer mit Blick auf die Wikinger-Schlacht um den großen Rathausschlüssel. Rund 30 städtische Mitarbeiter nahmen am Rathaussturm teil, den Stefanie Reis organisiert hatte. Die Rollen und Aufgaben waren ordnungsgemäß verteilt, die Reden hatten Saskia Leipert und Stefanie Reis verfasst. In der Bühnendekoration, Kostümierung und Maskierung und professioneller Schminke konnten sich die Darsteller als Wikinger prächtig mit viel Spaß entfalten. Applaus und das Lachen der Zuschauer waren der verdiente Lohn. 

    Hannelore Nowacki

     

     

     

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