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Fr., 16. Januar 2015, 10:47 Uhr
SPD ehrt Hans Schlatter für 50 Jahre kommunalpolitisches Engagement
Willy-Brandt-Medaille - eine außergewöhnliche Auszeichnung
Hans Schlatter (2. von rechts) wurde von seiner Partei mit der selten vergebenen Willy-Brandt-Medaille geehrt. In der Urkunde, die Laudator Erich Maier hier hält, heißt es: „Während deiner langjährigen Mitgliedschaft hast du dich erfolgreich in der SPD engagiert. Damit hast du einen Beitrag für Demokratie und soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft geleistet“. Im Bild (von links): Jens Klingler, Erich Maier, Christel Schlatter, Hans Schlatter und Brigitte Stass. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ein historisches Ereignis feierte die SPD am Mittwochabend zusammen mit ihrem Mitglied Hans Schlatter, der nicht nur seit mehr als 50 Jahren Parteimitglied ist, sondern auf ein ebenso langes ehrenamtliches, kommunalpolitisches Engagement für Lampertheim und die Sozialdemokraten zurückblickt. Auf besonderen Wunsch fand die Feierstunde zur Verleihung der Willy-Brandt-Medaille im Vereinslokal des Wassersportvereins statt, dem Schlatter ebenfalls seit vielen Jahren angehört. Eingeladen waren der Parteivorstand, Mitglieder des Magistrats und der Fraktion. Jens Klingler, Vorsitzender des Ortsvereins, betonte in seiner Begrüßungsansprache das Besondere dieser Ehrung für die Lampertheimer Sozialdemokratie, denn eine so lange ehrenamtliche Tätigkeit in der Kommunalpolitik sei „eine Premiere“. Auch werde die Willy-Brandt-Medaille sehr selten vergeben, in Lampertheim zum ersten Mal. Erstaunliches hatte Klinger mitgebracht – einen Flyer zur Kommunalwahl 1964, der den Kandidaten Hans Schlatter auf der letzten Seite als jungen Mann von 25 Jahren zeigt, damals Volksschullehrer und Berater der Fraktion in Sportangelegenheiten. Valentin Klingler, der damals ebenfalls kandidierte, war Jens Klinglers Urgroßvater. Die Laudatio zu dieser herausragenden Ehrung hielt der ehemalige Bürgermeister Erich Maier, der zahlreiche gemeinsame persönliche und politische Berührungspunkte der vergangenen 50 Jahre nannte und somit keinen Zweifel ließ, warum gerade ihm diese „außergewöhnliche Ehre zu Teil wurde, die Laudatio zu halten“. Schon als Kinder und Jugendliche waren sich die beiden begegnet, im Turnverein waren sie in der Leichtathletik sportlich und ehrenamtlich aktiv, bei der Kommunalwahl 1977 standen beide auf der SPD-Liste und in der Zeit seit 1997 sei die Zusammenarbeit am intensivsten gewesen. Gerade gegenüber der Öffentlichkeit solle die Feierstunde ganz klar und ausdrücklich Dank und Anerkennung zum Ausdruck bringen. Politik zu machen bedeute, die Gegenwart zu gestalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der Laudator nannte die folgenden Zahlen in ihrer Dimension „umwerfend“: 1964 wurde Hans Schlatter in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Nach 21 Jahren, nach der Kommunalwahl 1985, wechselte er in den Magistrat, dem er bis heute angehört – das sind fast 30 Jahre. Solange ist Schlatter auch Vorsitzender der Sportkommission und gefragter Ansprechpartner der Lampertheimer Sportvereine. In den mehr als 50 Jahren seines kommunalpolitischen Engagements habe Schlatter in fast allen Ausschüssen und Kommissionen der Stadt Lampertheim mitgewirkt. Am Herzen lag und liegt ihm die Freundschaft mit den europäischen Partnerstädten. In der Lärmkommission zum Coleman-Flugplatz hat Schlatter die Stadt offiziell vertreten, wie auch als Delegierter beim Gewässerverband Bergstraße. Gerade mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen machte Maier deutlich: „Wir brauchen Parteimitglieder wie Hans Schlatter“. In seiner Dankesrede erinnerte Schlatter an seine persönliche Begegnung mit Willy Brandt, der mit seinem Zug in Lampertheim Station gemacht hatte. Besonders die Ostpolitik und sein Kniefall in Polen seien ihm „natürlich noch sehr präsent“. Schlatter dankte seiner Frau Christel, die viele Stunden ohne ihn auskommen musste. „Ein solches Amt verlangt viel Zeit, aber man bekommt viel zurück“, sagte Schlatter, aber es habe auch Spaß gemacht. Nach 50 Jahren ist aber noch lange nicht Schluss. Schlatter machte deutlich: „All das hat einen großen Teil meines Lebens ausgemacht, ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht“. Hannelore Nowacki
Hans Schlatter bei seiner Dankesrede. Foto: Hannelore Nowacki