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Fr., 13. März 2015, 12:07 Uhr
ZAKB präsentierte Jahresabschluss 2014
Windmessungen werden ausgewertet – Ende des Jahres Entscheidungsvorlage fertig
Die Energiewende zeigt sich auf dem ZAKB-Gelände in Hüttenfeld durch die Installation von Fotovoltaikmodulen an Hanglagen und als Bedachung. Ob bald eine Windkraftanlage dort stehen wird, hängt auch von den gemessenen Windwerten ab. Foto: Hannelore Nowacki
HÜTTENFELD – Der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) residiert unter der schönen Adresse „Am Brunnengewännchen 5“, dort wo auch die alten Müllberge der Deponie nun grün verpackt mit einer Rasendecke eine Hügellandschaft bilden. Schafe weiden hier gelegentlich und auf einer Ausgleichsfläche wurden 50.000 Bäume gepflanzt. Die umweltfreundliche Energiegewinnung durch Fotovoltaikanlagen ist weithin zu erkennen und das Regierungspräsidium Darmstadt hat die geplante Windkraftanlage bereits im September genehmigt. Wie ZAKB-Geschäftsführer Gerhard Goliasch im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwoch ankündigte, wurden die Windmessungen im Januar nach einem Jahr abgeschlossen und befinden sich nun in der Auswertungsphase. Aussagen zu ersten Ergebnissen werden bei einer Vorstandsklausur Ende April diskutiert. Geprüft werden alle Parameter, die für eine Investition von Bedeutung sind. Die Entscheidungsvorlage zur Windkraft wird der Verbandsversammlung Ende des Jahres vorliegen. Goliasch betonte, dass alle bisherigen ZAKB-Energieprogramme fremdfinanziert werden und sich selbst tragen. So sei es auch für die Windkraft geplant. Es werde bei der Gebührenstabilität wie seit der Gründung des ZAKB 2003 bleiben, die auch der Vorsitzende der Verbandsversammlung Alfons Haag in seinen einleitenden Worten besonders hervorgehoben hatte. Vorstandsmitglied Bürgermeister Holger Schmitt aus Rimbach, der neben dem Abtsteinacher Bürgermeister Rolf Reinhard am Pressegespräch teilnahm, war daran gelegen, allen Zweiflern deutlich zu machen, dass der ZAKB stets für Transparenz entsprechend der Richtlinien und im Rahmen der Rechtsnormen einstehe.
Im Ergebnis stehe der ZAKB gut da, erläuterte Goliasch, nach aktuellem Stand der Jahresabschlussarbeiten werde es nur geringfügig unterschritten werden – wegen Kostensteigerungen und Vandalismus vor allem an Elektroschrottcontainern und Zäunen. Die Zielwerte in den Abfallmengen Restmüll, Sperrmüll, Bioabfälle und Papier bis 2025 gemäß des „Abfallwirtschaftsplans Hessen 2“ seien schon jetzt nahezu erreicht oder sogar übertroffen wie beim Bioabfall. „Das zeigt, dass wir ein gutes Entsorgungsangebot haben“, zog Goliasch das Fazit. Bei den Behältern sei ein Trend zu kleineren Größen festzustellen. Dank der eingebauten Transponder werden alle Leerungen registriert. Bei einer Hausmüllsortieranalyse habe sich herausgestellt, dass der Restmüll pro Einwohner und Jahr nur einen Anteil von 2,6 Kilogramm habe. Ab 2020 soll eine Verwertungsquote von 65 Prozent bei Siedlungsabfällen erreicht werden. 15 Wertstoffhöfe gibt es im ZAKB-Gebiet, zwei weitere sollen bald hinzukommen. „Wertstoffinseln“ für Altkleider und Elektrokleingeräte sowie Handytonnen in Rathäusern und Bürgerbüros sind ein weiteres Angebot für wohnortnahe Abfallentsorgung. In der neuen Biogasanlage in Heppenheim wird zur Stromerzeugung nur Material aus der braunen Tonne verwendet. Hannelore Nowacki
Information
Zwei dringende Bitten hat ZAKB-Geschäftsführer Goliasch an die Bürger: Schuhe für die Container sollten paarweise gebündelt werden, um sie vernünftig verwerten zu können. Ein Riesenproblem in der braunen Tonne sind die angeblich verrottbaren Kompostplastiktüten, die in der ZAKB-Biogasanlage während der Verweildauer von 20 Tagen in den Rotten eben nicht zerfallen. Sie sind so haltbar, dass sie ein ganzes Jahr zum Verrotten brauchen würden. Das Ergebnis sind mehr Sortierreste und weniger Strom. Günstiger wäre zum Beispiel die Verwendung von Zeitungspapier zum Einwickeln der häuslichen Bioabfälle.
15 Wertstoffhöfe betreibt der ZAKB, die bald Zuwachs erhalten sollen wie in Biblis und Lautertal im Odenwald. Foto: Hannelore Nowacki