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  • So., 16. November 2014, 21:34 Uhr
    Öffentliche Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages am Ehrenmal des Stadtfriedhofes mit offizieller Kranzniederlegung

    „Wir brauchen den Moment des Innehaltens“

    Zahlreiche Bürger nahmen an der Gedenkstunde am Ehrenmal des Stadtfriedhofes anlässlich des Volkstrauertages teil - mit Unterstützung ortsansässiger Vereine und offizieller Kranzniederlegung. Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM - Pünktlich zu Beginn der Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages hörte es am Sonntag auf zu regnen, so dass die Veranstaltung am Ehrendenkmal des Stadtfriedhofes zumindest weitgehend im Trockenen stattfinden konnte.

    Den Einzug bereiteten die Fahnenträger mehrerer ortsansässiger Vereine, darunter auch der Jungbauernverein, der Schützenverein und der Reitverein. Der Katholische Kirchenmusikverein Lampertheim stimmte die Anwesenden anschließend musikalisch auf die Gedenkstunde ein. Der öffentlichen Einladung waren trotz des wechselhaften Wetters mehrere Bürger gefolgt, um das Unrecht der Vergangenheit in Erinnerung zu rufen und den Opfern der Gewaltherrschaft unter Adolf Hitler und allen Kriegsopfern zu gedenken. Auch das Musikstück „Ich hatte einen Kameraden“, welches vom Katholischen Kirchenmusikverein vorgetragen wurde, gab den Anwesenden die Gelegenheit innezuhalten, aber auch gleichzeitig den Denkanstoß, vorausschauend zu handeln - in der Gewissheit, dass Kriege nicht als Lösung der Konflikte in der Welt dienen.

    In seiner Ansprache zitierte Geistlicher Rat Adam Herbert den jüdischen Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, der Auschwitz und Buchenwald durchlebt und überlebt hat, mit den Worten „das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit – das Gegenteil von Leben nicht Tod, sondern die Gefühllosigkeit – Erinnerung ist ein Stachel gegen die Gewöhnung, gegen Gleichgültigkeit“. Er fügte hinzu, dass der Tag der Trauer und Erinnerung nötig sei, um gegen Gleichgültigkeit und Gewöhnung anzugehen. Denn auch in der heutigen Zeit geht es um Leib und Leben von Mitmenschen in den Kriegs- und Krisengebieten der Erde. Auch die Ermordeten und die Opfer von Terror und Gewalt in Ägypten, Afghanistan, Irak, Syrien, Israel, Palästina und in der Ukraine rief er in Erinnerung – ebenso wie die zahlreichen Flüchtlinge, die ihr Leben in Sicherheit bringen wollen. Bemerkenswert sei dabei auch, dass etwa 87 Prozent der deutschen Bevölkerung in Zukunftsängsten lebe. „Dieser Gedenktag fordert gerade uns Christen heraus, die glauben, dass Gott, der Schöpfer,  jedes Menschenleben achtet und liebt - und die hoffen, dass unsere Erde nicht auf einen Abgrund zusteuert, sondern auf die Zukunft Jesu Christi –  die lieben und damit nicht mehr gleichgültig und gefühllos sein können“ schloss er seine Rede und gab den Anwesenden mit auf den Weg, dass Gott uns Mut gibt an allen Tagen, nicht nur heute.

    Gemeinsam wurde in Lampertheim der Opfer der Kriege und von Gewalt gedacht. Foto: Sigrid Samson


    Anschließend erfolgte die traditionelle Kranzniederlegung durch Ortrud Goertz, 1. Vorsitzende der VdK-Ortsgruppe Lampertheim, und Jürgen Schmied, 1. Vorsitzender BdV (Bund der Vertriebenen) Ortsverband Lampertheim, gemeinsam mit Bürgermeister Gottfried Störmer und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass – begleitet von weiteren Mitgliedern des Magistrats.

    „Wir brauchen den Moment des Innehaltens“, fügte VdK-Vorsitzende Goertz hinzu und ergänzte, dass dieser Gedenktag ein Gebot zum Vorausschauen der Vernunft sei, und Kriege nicht als Lösung dienen. Die Menschen müssen wachgerüttelt werden, damit die Fehler der Vergangenheit nicht noch einmal gemacht werden. „Im Krieg tragen die Väter ihre Söhne zu Grabe – im Frieden die Söhne ihre Väter“ – mit diesen Worten wurden die Besucher ebenfalls zum Nachdenken angeregt.

    Die Liedvorträge „Näher mein Gott zu dir“ und „Frieden“, vorgetragen von der Chorgemeinschaft MGV „Cäcilia“ und  MGV Sängerbund/Sängerrose, rundeten das Programm der Gedenkstunde ab. Sigrid Samson



     

     

     

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