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So., 19. November 2017, 20:04 Uhr
Gedenken zum Volkstrauertag am Ehrenmal im Stadtpark
„Wir brauchen den Moment des Innehaltens und die Orte des Erinnerns“
Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft trafen sich Vertreter der Stadt, verschiedener Vereine und Verbände am Sonntagvormittag am Ehrenmal im Lampertheimer Stadtpark. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM - „Was wäre, wenn heute niemand eingeladen hätte? Würden noch viele an den Volkstrauertag denken?“, diese Fragen stellte der katholische Pfarrer Patrick Fleckenstein am vergangenen Sonntagmorgen, als sich die Lampertheimer zu der Gedenkstunde am Ehrenmal im Stadtpark versammelt hatten. Auf Einladung des VdK, des BdV, vertreten durch den stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Schmid, des Magistrats, vertreten durch Bürgermeister Gottfried Störmer und der Stadtverordnetenversammlung, vertreten durch Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, waren viele Bürger sowie zahlreiche Vereine gekommen, um den Verstorbenen zweier Weltkriege, zu gedenken. „Sie werden von Jahr zu Jahr weniger, die Menschen, die einen Angehörigen verloren haben“, stellte der Pfarrer fest. Aber deshalb einen Schlussstrich ziehen? Wenn man auf die politische Landschaft blicke, werde dieser Tag immer wichtiger. „Denn Vergessen macht sich breit. Vergessen darüber, wie erbarmungslos der Mensch mit anderen Menschen umgeht“, so Pfarrer Fleckenstein. Seinen Worten schloss sich die Vorsitzende des VdK Ortsverband Lampertheim, Ortrud Goertz, an. „Leider ist der Volkstrauertag wieder wichtig und aktuell, denn Frieden ist in vielen Teilen der Welt nicht selbstverständlich“, bedauerte Goertz und nannte Syrien als ein Beispiel. „Noch nie seit Ende des zweiten Weltkriegs waren so viele Menschen auf der Flucht.“ Von „den Flüchtlingen“ werde gesprochen, aber dabei vergessen die Menschen, „dass dahinter Menschen und individuelle Schicksale stecken, die von Schrecken und Angst geprägt sind.“ Die Geschichte mahne die Menschen, für Frieden und Demokratie einzustehen. „Es darf keinen Schlussstrich geben. Wir werden das Andenken bewahren“, schloss die VdK-Vorsitzende und rief zur Toleranz auf, dem Schlüssel zum Frieden. Eva Wiegand