Erfolgreiche 25. Berufsinformationsbörse an der Alfred-Delp-Schule / Gute Perspektiven für Haupt- und Realschüler
„Wir freuen uns auf Deine Bewerbung!“
Um soziale Berufe ging es am Stand der Elisabeth-Selbert-Schule. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – 31 Ausbildungsbetriebe aus Lampertheim und der Region suchen definitiv Auszubildende. Handwerk und Industrie, Energieversorger, Bank und Krankenkasse, Gesundheitswesen und Behörden suchen Nachwuchs. Das ist die eine gute Nachricht. Die andere dürfte alle Haupt- und Realschüler freuen: Für sie gibt es bei guten Noten gute Perspektiven, Abitur muss nicht sein. Was wird verlangt, wenn man Polizist werden will? Eine Frage, die Einstellungsberater Frank Dingeldey vom Polizeipräsidium Südhessen am Samstagvormittag ganz häufig gestellt wurde, denn für viele Jungen scheint Polizist ein Traumberuf zu sein. Bei der dreistündigen Berufsinformationsbörse in der Alfred-Delp-Schule (ADS) mit insgesamt etwa 400 Jugendlichen war der Informationsstand der Polizei besonders gut besucht. „Fußball solltest du beibehalten“, antwortete der freundliche Berater einem Schüler, denn dabei könne er auch Durchsetzungsfähigkeit trainieren. „Sport ist wichtig“, war seine zentrale Ansage an alle Interessenten. Eine technische Apparatur zog am Stand der Firma Dentsply Sirona die Blicke an. Gesucht werden beim wohl größten Arbeitgeber im Kreis Bergstraße mit Sitz in Bensheim Auszubildende als Mechatroniker und Zerspanungsmechaniker, zwei technisch anspruchsvolle Ausbildungen. Mit Jens Schmitt, der nach seiner Ausbildung bei Sirona Maschinenbau studiert, und Michael Täubert, der im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ist, hatten die Schüler Gesprächspartner mit eigener praktischer Erfahrung in diesen Ausbildungsberufen. Voraussetzung ist Mittlere Reife oder ein guter Hauptschulabschluss. „Wir freuen uns auf Deine Bewerbung!“ ist auf den Infoblättern der Bensheimer Firma zu lesen. Reinhard Pfeifer, Manager für Vocational Training bei Dentsply Sirona, setzt auf das persönliche Gespräch mit den potenziellen Bewerbern wie bei dieser Börse. „Das ist bester Garant, dass man gute Leute bekommt“. Diese Veranstaltung sei gut vorbereitet und organisiert, dass man gerne wieder teilnehme, meinte der Trainingsexperte von Sirona, der von zuletzt 800 Bewerbungen berichtete, die für 30 Ausbildungsplätze eingegangen seien. Am Stand der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) führte Gabriele Eusterholz, Fachbereichsleiterin für Sozialwesen, ein Gespräch mit Romina Pfannmüller, die sich über eine Ausbildung in der Pflege informieren wollte. Nach der Beratung kann sich die Schülerin gut vorstellen staatlich geprüfte Sozialassistentin zu lernen und nach fünf Jahren Ausbildung als Erzieherin tätig zu werden. Im Sommer wird sie ihre Mittlere Reife haben. ESS-Schulleiterin Gabriele Polzin fand, dass die Schüler motiviert und gut vorbereitet an den Stand kamen. Forstwirtmeister Burkhard Pritsch von Hessen Forst erklärte zwei interessierten 14-Jährigen, was sie bei der Ausbildung erwarten würde. Robin Arndt fragte zunächst nach Ausbildungsdauer und verlangtem Schulabschluss. Das ausgestellte ungewöhnliche Werkzeug aus der Forstwirtschaft hatte Kevin Andel bewogen nachzufragen. In Zusammenarbeit mit dem Lampertheimer Rotary Club fand diese Börse zum 25. Mal statt, diesmal mit deutlich mehr Ausbildungsbetrieben.
Die Polizei-Ausbildung interessierte viele Schüler. Einstellungsberater Frank Dingeldey informierte und gab Hinweise, zum Beispiel, dass Sport sehr wichtig sei. Foto: Hannelore Nowacki
Im anschließenden Diskussionsforum der Betriebe mit über vierzig Teilnehmern dankte Rotarier-Präsident Hans-Jürgen Brems auch im Namen von Organisator Lothar Litters allen teilnehmenden Betrieben und dem stellvertretenden ADS-Schulleiter Alexander Böhm für „die vielen Jahre, die Sie uns begleiten“. Die Berufsinformationsbörse sei ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Alfred-Delp-Schule, vergleichbares gebe es in der Umgebung nicht. Ronald Jäckel von der IHK Darmstadt führte durch die lebhafte Diskussion, in der zum Ausdruck kam, dass der Drang zum Abitur und Studium den Ausbildungsberufen schade. Vielfach sei die duale Ausbildung nur Sprungbrett, das Handwerk leide am falschen Image. Praktika seien hilfreich, ebenso, wenn das Interesse der Kinder früher und durch Kooperationen im Unterricht für das Handwerk geweckt werde, nicht erst ab der 8. Klasse. „Die Schüler brauchen unsere Unterstützung“, meinte der stellvertretende Schulleiter Böhm und appellierte an die Firmen: „Ich baue auf Ihre Mithilfe – gibt es Ansatzpunkte und Ideen? Bitte her damit“. Hannelore Nowacki