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Fr., 11. November 2016, 09:00 Uhr
Gedenken an die Verfolgung der Juden bei strömendem Regen mit großer Teilnahme
„Wir möchten bekunden, dass wir nicht vergessen“
Die Gedenkstunde an die Pogromnacht am 9. November 1938 mit vielen ergreifenden Momenten ging mit dem Niederlegen weißer Rosen und dem Lied „Imagine“ von John Lennon zu Ende. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Alle Jahre wieder treffen wir uns an dieser Stelle“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer zu Beginn seiner Rede zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938. An dieser Stelle auf der Rückseite des Parkhauses in der Wilhelmstraße stand bis zu ihrer Zerstörung in jener grausamen Nacht die Synagoge. Eine Gedenktafel erinnert an das jüdische Leben in Lampertheim. „Alle Jahre wieder erinnern wir an diese schändliche Tat gegenüber Mitmenschen in unserer Stadt“. In Lampertheim wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland wurden Synagogen in Brand gesetzt und die jüdischen Mitbürger verfolgt, ihre Geschäfte durch Gewaltaktionen zerstört. Zuvor schon hatten die Nazis nach ihrem Machtantritt antijüdische Gesetze und Maßnahmen eingeführt. Bürgermeister Störmer machte in seiner Rede am Mittwochabend deutlich, dass es um „ein Gegengewicht zum Verschweigen, Beschönigen oder Verfälschen der Geschichte“ gehe: „Wir möchten bekunden, dass wir nicht vergessen und nicht verdrängen, was im deutschen Namen geschah“. Doch das Gedenken beziehe sich auch auf die Gegenwart, die von zutiefst bedrückenden Entwicklungen geprägt sei. Trotz strömenden Regens waren viele Menschen gekommen, Regenschirme und die aufgestellten Zeltpavillons boten Schutz vor der Nässe. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, Erster Stadtrat Jens Klingler, Stadtverordnete und Magistratsmitglieder nahmen teil. Eine Klasse des Lessing-Gymnasiums war unter den Zuschauern und etwa zehn Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums aus der Oberstufe Q1 und Q3 gestalteten unter der Leitung ihrer Lehrerin Dagmar Seeböck das Programm der Gedenkstunde. Ergreifende musikalische Beiträge mit Musikschullehrerin Claudia Nicolai am Keyboard und Geigenspielerin Julia Schmitt wechselten mit einer Inszenierung des Gedenkens und Grauens der Judenverfolgung. Fototafeln zeigten Schreckensbilder aus der Nazizeit, Wort- und Liedbeiträge stimmten nachdenklich. Die Zuschauer waren aufgerufen die aufgestellten Teelichter anzuzünden und erhielten dabei eine Postkarte und den Text für das Schlusslied der Gedenkstunde - „Imagine“ von John Lennon. Weiße Rosen lagen bereit, um sie vor der Gedenktafel und den beiden Kränzen der Stadt Lampertheim und des DGB-Ortsverbandes niederzulegen. Hannelore Nowacki