DGB: Solidaritätsaktion des DGB Lampertheim-Bürstadt für die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen und im Gebäudereiniger-Handwerk
„Wir sind systemrelevant!”
Mit einer Solidaritäts-Foto-Aktion unter Einhaltung des Corona-bedingten Hygiene- und Abstandsgebots unterstützt der DGB-Ortsverband Lampertheim-Bürstadt die gewerkschaftlichen Forderungen nach Lohnerhöhungen für die über 600.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk. Foto: Renate Nagel
LAMPERTHEIM – Die Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) läuft auch während der Corona-Pandemie weiter. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften arbeiten zusammen mit den Betriebs- und Personalräten mit Hochdruck daran, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie so gut wie möglich abzufedern, Beschäftigung zu sichern, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die Lasten der Krise fair zu verteilen. Auch die tarifpolitische Arbeit läuft weiter.
„Wir sind systemrelevant“ - unter diesem Motto fordert die Gewerkschaft ver.di bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung für die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) setzt sich für faire Arbeit und die berechtigten Lohnerhöhungen für die über 600.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein. Mit einer Solidaritäts-Foto-Aktion unter Einhaltung des Corona-bedingten Hygiene- und Abstandsgebots unterstützt der DGB-Ortsverband Lampertheim-Bürstadt die gewerkschaftlichen Forderungen. Aktiv unterstützt wurde die Solidaritätsaktion vom Vorsitzenden des DGB Bensheim, Günther Schmidl, dem Bildungsbeauftragten des DGB Bergstraße, Nils Burkhoff (Viernheim), dem Juniorenvertreter des Sozialverbandes VdK Lampertheim, Alexander Mai (ver.di) und einer zu 100 Prozent gewerkschaftlich organisierten Delegation der SPD Lampertheim.
Marius Gunkel (Lampertheim), Pressesprecher des Lampertheim-Bürstadt, und der südhessische DGB Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) machen deutlich: „Die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen und im Gebäudereiniger-Handwerk leisten tagtäglich Großartiges. Sie haben gute Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und Anerkennung verdient. Längst überfällig sind zudem deutlich verbesserte Einkommen, die dem hohen gesellschaftlichen Stellenwert ihrer Arbeit gerecht werden. Systemrelevante Arbeit muss endlich auch systemrelevant bezahlt werden. Die Beschäftigten haben es im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Dafür stehen wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter solidarisch ein“.
Die DGB-Vorstandsmitglieder Norbert Fuchs (IG Metall), Jan Richter (ver.di), Reimund Wilhelm (IG Metall), Ayse Abaza-Wilhelm (IG BCE) und Philipp Weber (ver.di) betonen: „Klatschen alleine genügt nicht. Applaus zahlt keine Miete und nicht die Kosten des Lebensunterhalts. Deshalb setzen wir uns für eine gute und flächendeckende tarifliche Bezahlung ein, damit die Beschäftigten von ihrer Arbeit und später von ihrer Rente gut leben können. Löhne und Renten müssen in einem reichen Land wie Deutschland für ein gutes Leben reichen“.
Reiner Drewelies, Kreisvorsitzender der IG BAU im Kreis Bergstraße und Johannes Schader, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, die beide an der Aktion teilnahmen, machen deutlich: „Das Gebäudereiniger-Handwerk ist geprägt von Befristungen, Minijobs, einem brutalen Arbeits- und Zeitdruck, Überstunden, Unterbesetzung und Leistungsverdichtung. Wir wissen: Sauberkeit braucht ihre Zeit und Sauberkeit hat ihren Preis. Wir unterstützen unsere Kolleginnen und Kollegen, die endlich auch einen Tarifvertrag wollen. Wir setzen uns aktiv für Lohnerhöhungen, faire Arbeitsbedingungen, für eine faire Vergabe in der Gebäudereinigung und für Arbeits- und Gesundheitsschutz ein. Viele Branchen haben Nachwuchssorgen. Im Kampf um Fachkräfte kommt es vor allem auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen an. Das belegen unzählige Studien unter jungen Menschen“.
Marius Gunkel und DGB-Regionssekretär Horst Raupp betonen: „Nur mitgliederstarke Gewerkschaften können gute Arbeitsbedingungen und gute Löhne durchsetzen. Solidarisch ist man nicht alleine“. zg