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Do., 18. Februar 2021, 09:14 Uhr
SPD LAMPERTHEIM: Spiegelbild der Gesellschaft auf Liste zur Stadtverordnetenversammlung / Ziele für die nächsten fünf Jahre vorgestellt
„Wir wollen zuhören, ernst nehmen und bewegen”
Die Mobilität in Verbindung mit dem Klimaschutz und der Energiewende sind auch weiterhin ein wichtiges Ziel der SPD Lampertheim. Archivfoto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Zuhören. Ernst nehmen. Bewegen. – dies ist der Titel des Wahlprogramms der SPD Lampertheim zur anstehenden Kommunalwahl. Auch nach dem Wahltag am 14. März wollen die Sozialdemokraten die Zukunft Lampertheims weiter gestalten. Wie, das erläuterten die ersten vier Kandidatinnen und Kandidaten auf der Liste zur Stadtverordnetenversammlung Marius Schmidt, Christiane Krotz, Jens Klingler und Lara Strubel am Mittwoch coronakonform in einer Video-Pressekonferenz.
Jens Klingler, Vorsitzender der SPD Lampertheim, stellte zunächst die Kandidatinnen und Kandidaten vor. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir 47 Personen gewonnen haben, um auf unsere Liste zu gehen, obwohl nur 45 Plätze zur Verfügung stehen. Besonders freut uns, dass die Liste bis zum 26. Platz paritätisch mit Männern und Frauen besetzt ist. Es ist uns wichtig und wertvoll, so viele Frauen gewinnen zu können, denn wir müssen in einer Statdtverordnetenversammmlung die Gesellschaft abbilden. Dies geschieht durch Vielfalt und dies geht auf unserer Liste so weiter. Wir haben junge und dennoch erfahrene Kandidatinnen und Kandidaten wie Lara Strubel, aber wir schaffen es auch, Personen, die bisher nicht politisch aktiv waren, zu integrieren. So wie Petra Brandt, die im Falle einer Wahl ihren Vorsitz im Behindertenbeirat abgegeben wird, und Vertreter von Vereinen und auch von der Feuerwehr. Man sieht, dass wir uns engagiert haben und dass dies wertgeschätzt wird. Es macht Spaß, so in den Wahlkampf und in die Wahl zu gehen.” Bestes Beispiel für das Engagement der SPD sei Christiane Krotz: Diese ist ist bereit, neue Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen und als Stadtverordnetenvorsteherin zu kandidieren. „Hierfür erhält sie unsere Unterstützung”, betonte Jens Klingler. Und Marius Schmidt könne seine Ideen in seiner neuen Funktion als Erster Stadtrat perfekt einbringen.
Marius Schmidt kandidiert auf Listenplatz 1 – „Mein Lampertheim wertet das Bahnhofsumfeld auf, feiert den Weihnachtsmarkt im Stadtpark und hilft der Kultur nach der Pandemie wieder auf die Beine.“ Foto: oh
Lampertheim soll mobiler werden
Anschließend wurden die Ziele für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Lara Strubel ging dabei auf ihre Herzensthemen Klimaschutz, Energiewende und Mobilität ein. „Das Thema Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Die Kommune sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und Anreize schaffen. Kürzlich haben wir das neue Förderprogramm für ein klimafreundliches Lampertheim auf den Weg gebracht, dieses wollen wir weiter vorantreiben. Und wir haben weitere Ideen, beispielsweise Anreize zu schaffen, dass jemand mit Balkon und ohne großen Garten zum ‚Urban Gardening‘ angeregt werden kann – etwa durch eine Lampertheimer Samenkiste. Auch das Konzept der essbaren Stadt wird weiterentwickelt: Es werden demnächst öffentliche Trinkbrunnen auf dem Schillerplatz und in der Domgasse installiert, in Kooperation mit Energieried.”
Christiane Krotz auf Platz 2 möchte gerne als Stadtverordnetenvorsteherin Verantwortung übernehmen. Christiane Krotz- „Mein Lampertheim stärkt die Demokratie durch mehr Bürgerbeteiligung wie den Bürger- und den 8er-Rat.“ Foto: oh
Klar sei zudem, dass auch die Mobilität eng mit dem Klimaschutz verbunden bist: „Um das Auto öfter mal stehen zu lassen, ist ein starker ÖPNV wichtig. Hierfür benötigt man ein gutes Netz, dies ist in Lampertheim recht gut, aber gerade in den Abendstunden gibt es noch Luft nach oben”, so Lara Strubel weiter. Im Bereich der Barrierefreiheit „geht es nicht nur darum, die Bordsteine abzusenken, sondern auch akustische Signale an Haltestellen einzurichten.” Neben Nachhaltigkeit ist auch das Konzept des Sicherheit im ÖPNV für die SPD wichtig – gerade spät abends wäre hier ein Frauennachttaxis sinnvoll und wichtig , um von Tür zu Tür kommen statt zur Haltestelle zu müssen.
Werbung für politisches Ehrenamt
Christiane Krotz möchte gerne Stadtverordnetenvorsteherin werden, dies ist allerdings abhängig vom Wahlausgang. „Ich bin ein Mensch, der sehr ausgleichend wirkt, mein Talent liegt glaube ich auch darin, die Schärfe aus Diskussionen zu nehmen und Themen sachlich zu diskutieren. Wichtig ist, dass das politische Ehrenamt wertgeschätzt wird, auch im persönlichen Umgang miteinander. Und auch in die Schulen sollten wir stärker hineinwirken, für eine bessere Demokratieerziehung und damit Kinder vernünftig in unsere Gesellschaft hineinwachsen.“
Bezüglich der Themen für die kommenden Jahre sieht sie im Wahlprogramm der SPD ein stückweit die Fortschreibung der bisherigen erfolgreichen Arbeit. Besonders die Entschlammung des Altrheins liegt ihr dabei am Herzen, damit diese Naherholung auch für die Lampertheimer Sportler erhalten bleibt.
Jens Klingler stellt sich auf Listenplatz 3 dem Votum der Wählerinnen und Wähler: „Mein Lampertheim steht für solide Finanzen undstabile Steuern.“ Foto: oh
Mit Blick auf den Verkehr nannte Christiane Krotz die Umgehungsstraße der B 47 bei Rosengarten als unerlässlich und auch durch die B 44 leide Lampertheim massiv unter enormen Verkehrsaufkommen durch die Stadt. „Dieser Verkehr muss raus aus Lampertheim, wir müssen weiter dafür kämpfen” – ebenso wie für die Bahntrasse als bergmännischen Tunnel.
Marius Schmidt ergänzte, dass der Wohnraum generell als auch der soziale Wohnraum eine wesentliche Rolle im Wahlprogramm spielen. „Das Gleisdreieck ist ein großes Gebiet, wir haben viele Anfragen von Bauwilligen – aber auch die Schwierigkeit, dass wir aufgrund der Nähe zur Hochspannungstrasse hier derzeit nicht entwickeln können. Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Stromtrasse weg von der Wohnbebauung verläuft. Als neues Wohngebiet könnte das in Rosengarten das leerstehende ehemalige Kaufland-Gelände als Alternative dienen.” Grundsätzlich müsse die Infrastruktur für neue Wohngebiete geschaffen werden. Hierzu gehören eine neue Kita in der Stadtmitte und neue Krippenplätze in den Stadtteilen.
„Wir brauchen ein gut funktionierendes soziales Netz”, sprach Marius Schmidt ein Kernthema der Sozialdemokraten an. Im Bereich des Stadtumbaus sei die Einrichtung eines Sozialzentrums eine Idee der SPD, die derzeit in der Mache ist. „Wir haben in der alten Pestalozzischule Räume, in denen dieses entwickelt werden kann. Ein Ort rund um soziale Teilhabe kann hier geschaffen werden, als Standort für Sozialverbände und als Anlaufstelle für alle Menschen, die Hilfe brauchen. Der Jugendbeirat soll sich kreativ austoben können und hier ein Jugendcafé in einem der beiden Gebäude schaffen. Dafür kann die Seniorenbegegnungsstätte ins Erdgeschoss der Zehntscheune ziehen. Diese soll zum Haus der Generationen aufgebaut werden und auch als Ort der Kultur. Gleichzeitig soll die Hans-Pfeiffer-Halle ebenfalls zu einer reinen Kulturstätte werden, auch dank der neuen Sporthalle, die auf dem Biedensandcampus entsteht. „Bei all diesen Punkten ist uns die Bürgerbeteiligung wichtig, denn Projekte leben von Offenheit und Transparenz”, so Marius Schmidt.
Mit Blick auf Hüttenfeld sei besonders der Erhalt des SB-Terminals wichtig, um die Infrastruktur zu erhalten, aber auch der Erhalt und der Ausbau der Seehofschule und die Sanierung der Straße nach Hemsbach. In Hofheim ist das Durchfahrtsverbot für LKW das wichtigste Ziel, neben dem Ausbau von Betreuungsplätzen. Und auch hier ist die Stromtrasse ein Problem, ebenso wie die Schulkindbetreuung, die dringend angegangen werden muss. Benjamin Kloos
Lara Strubel auf Listenplatz 4 möchte ebenfalls gerne aktiv die Zukunft der Spargelstadt gestalten: „Mein Lampertheim macht jeden* mobil.“ Foto: oh