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Mo., 20. Juni 2016, 09:15 Uhr
Goetheschule feierte Abschluss der Projektwoche mit Schulfest in bunter Vielfalt
Wo die Blumen blühen und die Regenwürmer wachsen
Bunt ist die Welt und vielfältig – das zeigten die Kinder eindrucksvoll beim Umzug, mit dem das Schulfest der Goetheschule begann. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ein langer bunter Zug setzte sich am Freitagnachmittag vom Alfred-Delp-Platz zur Goetheschule in Bewegung. Am Straßenrand von Zuschauern mit Beifall bedacht und von stolzen Eltern und Großeltern gefilmt und fotografiert, zogen fünfzehn Schulklassen zur Bühne im Schulhof. Vorangehend hielt Schulleiterin Margarete Veltman die Lampertheimer Fahne hoch, die kräftig im Lampertheimer Wind flatterte. International gemischt waren die kleinen Fahnen, die viele Kinder fröhlich schwenkten. Die ganze Welt schien bei diesem Umzug zum Abschluss der Projektwoche vereint, auch ein Globus wurde mitgetragen. Oft fantasievoll kostümiert oder landestypisch gekleidet, präsentierten die Kinder ihre Projektthemen, die das Motto „Bunte Vielfalt – erleben, kennen, schätzen“ auf einfallsreiche Weise veranschaulichten. Auch das Wettergeschehen passte sich dem bunten Treiben an – die grauen Wolken zogen davon und machten dem blauen Himmel Platz. Nachdem der Chor auf der Bühne unter der Leitung von Bettina Wosch die große Zuschauerrunde mehrsprachig willkommen geheißen hatte, rief die Schulleiterin den Zuschauern zu: „Hören Sie gut zu“. Das Zuhören lohnte sich, denn wo sonst könnte man diesen schönen Satz in so vielen Sprachen hören: „In diesem Haus wollen wir lernen, lachen und träumen“. In der Goetheschule sind viele Nationen und Sprachen beheimatet, wie die Zuschauer nun erfahren konnten. „Das war Chinesisch – das war Arabisch – das war Kurdisch – das war Ungarisch – das war Holländisch“, erklärten die Kinder, viele weitere Sprachen folgten. Auch die Lampertheimer Mundart kam zu Ehren, am Schluss von Schulleiterin Veltman mit perfektem Zungenschlag als „Loambadisch“ vorgetragen. In ihrer Ansprache machte Veltman deutlich, dass es vor allem um die Vielfalt unter den Schülern gehe: „Denn jeder ist einmalig“. Veltman dankte den zahlreichen Helfern, dem Schulausschuss und Hausmeister sowie den FSJ-Kräften für ihre Unterstützung. Der Männerkochklub „Spargelrunde“ hatte wie in den Vorjahren die Bewirtung übernommen. International war die Auswahl an der großen Salatbar und im Fairtrade-Café. Sehenswerte Aufführungen und Präsentationen in den Klassenräumen erwarteten die Besucher anschließend – hinter jeder Klassentür war eine besondere Entdeckung zu erleben. Die bunte Vielfalt „im Boden“ war bei der Klasse 2 b zu bestaunen. In den Wochen zuvor hatten die Kinder 1.500 Regenwürmern ein vorübergehendes Zuhause im Kompost gegeben, sie gut gefüttert und dabei beobachten können, wie aus winzigen Würmchen Würmer wurden.
Schulleiterin Margarete Veltman hielt die Lampertheimer Fahne hoch und steuerte zur Sprachenvielfalt die Lampertheimer Mundart bei. Foto: Hannelore Nowacki
Eine Ameisenkönigin ließ sich von ihren Arbeiterinnen verwöhnen. Ab Montag müssen die Tierchen in der Freiheit allein für sich sorgen. Klassenlehrerin Ulrike Schulz ging es darum, den Kindern nahezubringen, welche Bedeutung diese Vielfalt im Boden für die Menschen hat und wie sie zu schützen ist. Einen bunten Blumenladen hatte die Klasse 4 c arrangiert – angefangen von der selbst gebastelten Duftrose, bunten Maisblumen bis zur Häkelblume. An weiteren Verkaufsständen gab es selbst gezogene Pflanzen wie Korallenbäumchen, Grünlilien und blühende Prunkwinden. Schon im Februar hatte das Pflanzenprojekt begonnen, erzählte Lehrerin Constanze Prinz. Mit den Einnahmen kauft die Klasse Johannisbeersträucher, die nächste Woche eingepflanzt werden. In der Klasse 3 b lernten die Kinder „Das Land in dem wir leben“ in seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt kennen. Zum kulinarischen Quiz hatte Klassenlehrerin Gudrun Friedrich in einer Blindverkostung zwei Kilogramm selbst geschälten Lampertheimer Spargel aufgetischt, Heringe aus der Nordsee, Frankfurter Würstchen, Sauerkraut aus München und Gurken aus dem Spreewald komplettierten das Geschmacksprogramm. Wo sind die Alpen in Deutschland, wie komme ich ans Ziel, wenn das Navi ausfällt? Fragen, die die Kinder mit Hilfe einer Relieflandkarte erforschten. Beim zeitaufwendigen Versuch, in verschiedenen Dialekten zu singen, sei die Klasse in Norddeutschland geblieben. Ein fröhliches Lied auf Plattdeutsch hörten die Besucher: „Sing man tau“. Der Trubel in den Klassenzimmern, treppauf und treppab, zeigte: Das Interesse der Besucher war groß, die bunte Vielfalt der Projektwoche kam gut an. Gemütlich sitzen und genießen konnten die Besucher in der Mensa und draußen unter Sonnenschirmen. Hannelore Nowacki