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Mo., 05. Juli 2021, 11:41 Uhr
KAUFLAND-AREAL ROSENGARTEN: Drei Alternativen im Gespräch / Bürgerversammlung am 8. Juli / SPD bezieht Stellung
Wohnbebauung, Einzelhandel oder doch Gewerbegebiet?
Wie geht es mit dem Kaufland-Gelände in Rosengarten weiter? Über mögliche Varianten informiert eine Bürgerversammlung am Donnerstag. Archivfoto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Das Kaufland-Areal im Ortsteil Rosengarten ist größtenteils ungenutzt und weist seit Jahren städtebauliche Missstände auf, so dass eine Neuentwicklung wünschenswert ist. Jetzt kommt Bewegung in das Thema, am vergangenen Donnerstag diskutierte der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss über dieses wichtige Thema. Am Donnerstag, 8. Juli, findet zudem um 18 Uhr eine Bürgerversammlung zum Kaufland-Areal Rosengarten in der Hans-Pfeiffer-Halle Lampertheim statt.
Der Fachdienst Stadtplanung hat sich mit den grundsätzlichen Möglichkeiten einer Entwicklung auf dem Gelände auseinandergesetzt und diese untersucht. Im Bebauungsplan „Auf der Laubwiese“ sind die Flächen als Sondergebiet Einzelhandel klassifiziert. Die Lage des Areals ist als nicht städtebaulich integriert zu bezeichnen, es besteht kein Bebauungszusammenhang mit der übrigen (Wohn-)Bebauung im Ortsteil Rosengarten. Dennoch ist eine Wohnbebauung nach wie vor eine Möglichkeit, auch wenn diese aufgrund der nicht vorhandenen Infrastruktur schwierig umzusetzen und auch die Frage bezüglich möglicher Altlasten auf dem Gelände ungeklärt ist. Eine Alternative wäre zudem die Nutzung als großflächiger Einzelhandel, wie dies bis zur Schließung von Kaufland im Februar 2020 der Fall war. Planungs- und umsetzungstechnisch wäre dies auf den ersten Blick die einfachste Lösung, allerdings hat sich seit mehr als einem Jahr kein wirklicher Interessent für das Gelände gefunden.
Der Eigentümervertreter des Kaufland-Areals in Rosengarten und der Immobilienentwickler Scannell Properties Europe haben sich ebenfalls Gedanken bezüglich der weiteren Nutzung des Areals gemacht und sind an die Verwaltung herangetreten, mit dem Wunsch, das Gelände zu revitalisieren und dort eine gewerbliche Entwicklung zu etablieren. Dies hätte jedoch für das als Nadelöhr bekannte Rosengarten verkehrstechnisch weitreichende Folgen, denn die B 47 ist bereits heute stark überlastet. Noch mehr Verkehr wäre aus Sicht der Anwohner sicher kaum zu ertragen.
Die SPD hat bereits in einer Pressemitteilung offen Stellung bezogen: „Diese Planung kann unsere Zustimmung nicht finden", zu diesem Ergebnis kommt SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Klingler in Anbetracht der Vorstellungen eines potentiellen Investors für das ehemalige Kauflandgelände im Rosengarten. Dieser Eindruck habe sich für die Sozialdemokraten nach zahlreichen Gesprächen mit Rosengärtner Bürgerinnen und Bürgern bestätigt; das Projekt habe keinen Rückhalt in der Bevölkerung. „Solange der Rosengarten nicht endlich die lang ersehnte Umgehungsstraße bekommt, führt eine Gewerbeentwicklung zu einer höheren Verkehrsbelastung und einem weiteren Verlust von Lebensqualität. Das ist nicht hinnehmbar", so Klingler.
Widersinnig sei es, dass mit diesem geplanten Gewerbepark in Sichtweite „Konkurrenz zum neuen Gewerbegebiet Wormser Landstraße II entsteht, dessen Vermarktung definitiv vorgehen muss-schließlich profitiert von Grundstücksverkäufen dort die Stadt direkt", unterstreicht Klingler weiter.
Fragen werfen auch Größe und Anordnung der Gewerbehallen durch den Projektentwickler Scanell auf. „Wir sehen große Hallen, wir sehen Rampen, wir sehen einen Investor, der mit Amazon zusammenarbeitet- das riecht schon nach Logistik. Das kann ernsthaft niemand dort wollen."
Die SPD schlägt stattdessen eine offene Herangehensweise an das Thema vor: „Niemand will dort eine Bauruine stehen haben. Daher sollte eine Entwicklung erfolgen, die vom ersten Schritt an im Rahmen einer Zukunftswerkstatt mit Ortsbeirat und Bürgerschaft geplant wird. Zuvor müssen Fragen nach Altlasten oder auch nach partieller Nutzung für Streuobstwiesen oder Landwirtschaft beantwortet werden. Eine Wohnbebauung wäre, gerade in Angesicht der Tatsache, dass wir das Gleisdreieck wahrscheinlich nicht vollständig bebauen werden können, eine bessere Alternative-wenn man die Bürger vor Ort von Beginn an mitnimmt. So wie jetzt geht es nicht", erklärt Klingler abschließend. red