Flüchtlingsunterkünfte in der Berliner Straße in Biblis ihrer Bestimmung übergeben
„Wohnraum vor allem für Flüchtlingsfamilien“
Gernot Jakobi, Wohnbau-Vorstand der St. Christophorus Wohnheime eG, erläuterte gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten Karsten Krug und Bürgermeister Felix Kusicka (v.l.) die Einrichtung der Flüchtlingsunterkünfte. Foto: Benjamin Kloos
BIBLIS – Die Bauarbeiten in der Berliner Straße 2-6 in Biblis sind abgeschlossen, am Montag wurden die neuen Flüchtlingsunterkünfte der St. Christophorus Wohnheime eG offiziell eingeweiht und freigegeben. Dabei nutzten Bürgermeister Felix Kusicka, der Kreisbeigeordnete Karsten Krug und Gernot Jakobi, Wohnbau-Vorstand, die Gelegenheit, der Presse nicht nur die Räumlichkeiten zu zeigen, sondern zugleich auch mit Ängsten und Vorurteilen aufzuräumen. Schnell wurde klar: Was hier zur Verfügung gestellt wird, ist ausreichend zum Leben, aber keinesfalls Luxus. Die Belegung der Wohnungen ist bereits in vollem Gange, aktuell sind zwei Wohnungen bezogen, eine dritte soll in Kürze folgen.
„Vielen Dank an die Gemeinde Biblis, die wie viele andere Kommunen im Kreis in der heißen Phase der Flüchtlingsströme schnell und günstig Gelände für Wohnraum zur Verfügung gestellt hat. Gemeinsam mit der St. Christophorus Wohnheime eG konnte der Kreis Bergstraße diese drei Häuser für die Erstunterbringung für Flüchtlinge realisieren, das Ergebnis sehen und die Früchte dieser ausgezeichneten Kooperation aller Beteiligten ernten wir heute“, betonte Kreisbeigeordneter Krug, der darauf verwies, dass hier insbesondere Familien untergebracht werden sollen – auch wenn dies nicht immer möglich sei. „Es wird hier aber keine 60 alleinstehenden Männer geben. Es handelt sich um eine Erstunterkunft für Flüchtlinge, die diese nach ihrer Anerkennung wieder verlassen müssen“, so Bürgermeister Kusicka, der stolz darauf ist, dass der Kreis Bergstraße der einzige Kreis ist, der dank der guten Zusammenarbeit aller – der Kommunen, des Kreises und des Regierungspräsidiums – keine öffentliche Liegenschaft wie etwa Sporthallen zur Unterbringung von Flüchtlingen schließen musste. Nicht vergessen sollten in diesem Zusammenhang aber auch all die ehrenamtlichen Helfer werden, die für „die Betreuung und Integration vor Ort unersetzbar sind“, ergänzte Kreisbeigeordneter Krug.
Praktikabel, aber ohne Luxus: Die drei neuen Häuser in der Berliner Straße in Biblis, die als Flüchtlingsunterkünfte dienen. Foto: Benjamin Kloos
Dass für eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge gesorgt ist, dazu trägt auch die St. Christophorus Wohnheime eG einen großen Teil bei. Gernot Jakobi erläuterte in diesem Zusammenhang nochmals die technischen Daten: Drei Niedrigenergiehäuser seien entstanden, mit je vier baugleichen Wohnungen á 63 Quadratmetern. Jede Wohnung besteht aus drei Zimmern für je zwei Personen, in diesen befinden sich zwei Betten, zwei Spinde, ein Tisch und zwei Stühle. Neben der Gemeinschaftsküche mit je einem Kühlschrank pro Zimmer stehen ein Bad mit Dusche sowie ein Gäste-WC zur Verfügung, alles barrierefrei ausgebaut. „Schließlich wollen wir die Räume nach ihrer Bestimmung als Flüchtlingsunterkunft in etwa 13 Jahren für Nachmieter zur Verfügung stellen, besonders für ältere Ehepaare und Alleinerziehende sind sie geeignet“, erläuterte Gernot Jakobi. Durch die Bauweise seien niedrige Energiekosten garantiert, warmes Wasser ist durch Durchlauferhitzer gewährleistet. „Die Aufbauten auf dem Dach sind keine Klimaanlage wie man vielleicht vermuten könnten, sondern Teil der Wärmepumpe und damit der Heizanlage für die Häuser”, ergänzte Gernot Jakobi. Im Technikraum sind zudem die Waschmaschinen der künftigen Bewohner untergebracht.
Sicherheit geht vor – dies gilt auch für die Technik. Und so kann die gesamte Technik nur zentral durch den Hausmeister eingestellt werden, nicht aber durch die Bewohner selbst. Auch die Notbeleuchtung und die vernetzten Rauchmelder tragen zur Sicherheit bei, dies ist nicht nur sinnvoll, sondern auch versicherungstechnisch wichtig. Ebenso wie die Tatsache, dass sich der Herd nach 20 Minuten von selbst abschaltet und nur durch das Drücken eines Knopfes weiter betrieben werden kann. Zudem wurde für eine dauerhaften Zwangs-Be- und Entlüftung gesorgt.
Eine Wohnung wurde umgewidmet, in ihr steht nun ein großer Unterrichtsraum zum Erlernen der deutschen Sprache zur Verfügung, der auch als Aufenthaltsraum genutzt werden kann, sowie ein Büro für den Mitarbeiter des Kreises Bergstraße, der die Betreuung vor Ort übernimmt. Diese Regelung hatte der Kreis mit der St. Christophorus Wohnheime eG für Standort mit mindestens drei Häusern für die Flüchtlingsunterkunft ausgehandelt.
Aktuell wird an den Außenanlagen noch gearbeitet, neben Fahrradständern soll vor allem noch ein Zaun an der Rückseite der Häuser Richtung Bahnlinie erbaut werden. „Dies dient ebenfalls der Sicherheit, besonders der Kinder, die wir hier als Bewohner erwarten“, ergänzte Bürgermeister Kusicka. Benjamin Kloos