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  • Fr., 01. August 2025, 14:10 Uhr
    SPD-SOMMERTOUR: Mit dem Fahrrad zum Ärztehaus ans Gleisdreieck, zum Bahnhof und Abschluss beim Turnverein

    Wohnungsbau und Sicherheitsgefühl am Bahnhof im Blick – Turner brauchen Unterstützung

    Barrierefrei! Das neue Ärztehaus in der Lampertheimer Ringstraße schreitet trotz mancher Verzögerungen allmählich seiner Vollendung entgegen.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Dunkle Wolken hatten sich aufgetürmt und pünktlich zu Beginn der SPD-Sommertour am Montagabend bei der ersten Station am noch eingerüsteten neuen Ärztehaus in der Ringstraße im zukünftigen Neubaugebiet Gleisdreieck kam der Regen. Rund dreißig Teilnehmer aus den politischen Gremien und weitere Mitglieder hatten sich vorwiegend mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht. Jens Klingler, SPD-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Ortsverbandes, begrüßte die Gruppe und Jannik Herrmann, den Geschäftsführer der Ringmed Lampertheim GmbH & Co KG, die Bauherr, Eigentümer und Vermieter zugleich ist. Herrmann erinnerte an die Unwägbarkeiten eines solchen Bauvorhabens, so habe allein die Umsiedlung der Eidechsen ein halbes Jahr gekostet. Ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag werde bis zur  bezugsfertigen Fertigstellung investiert. Allerdings seien die Baukosten auch durch den Ukrainekrieg um 20 bis 30 Prozent teurer geworden. Zur zeitgemäßen Ausstattung des dreistöckigen barrierefreien Gebäudes gehören der Fahrstuhl, die breiten Gänge und Türen, ein behindertengerechtes WC sowie ausreichend Parkplätze für die Arztpraxen und die Apotheke im Erdgeschoss. Die Parkplätze seien für entspanntes Ein- und Ausparken geplant. Erster Stadtrat und SPD-Unterbezirksvorsitzender Marius Schmidt teilte mit, dass in der Nähe eine virtuelle VRNflexline-Bushaltestelle geplant sei. Drei bereits in Lampertheim ansässige Arztpraxen werden einziehen – die internistische Praxis, eine hausärztliche und fachärztliche Gemeinschaftspraxis sowie eine Kinderarztpraxis. Eine zahnärztliche Praxis wird entgegen ursprünglicher Planung nicht vor Ort sein. Stadtverordnete Petra Brandt lobte besonders die „absolute Barrierefreiheit“ und die gute Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat der Stadt Lampertheim. Die Idee für das Projekt hatte das Ehepaar Dr. Walter Seelinger und Martina Seelinger. Mit dem Einzug der Praxis Dr. Seelinger und Kollegen am 5. Januar 2026 wird laut Jannik Herrmann das Ärztehaus offiziell eröffnet. 

    Das Gleisdreieck als Wohngebiet

    Bezahlbarer Wohnraum ist in Lampertheim rar, bei Neubauten legt die SPD besonders Wert auf Wohnungen mit moderaten Quadratmeterpreisen wie Jens Klingler betonte, der auch in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft Lampertheim (BGL) sprach. Bei entsprechenden Rahmenbedingungen sei die BGL bereit im Gleisdreieck zu investieren. Zur Wahrheit gehöre auch, dass das Gleisdreieck auf absehbare Zeit das letzte größere Neubaugebiet werde. Denkbar seien hier ein Altenheim, betreutes Wohnen und auch Räume für die Diakonie. Die Energieversorgung zu klären sei der BGL wichtig. Klingler kann sich ein Mischgebiet mit Einfamilien- und Reihenhäusern zusammen mit Mehrfamilienhäusern vorstellen, jedoch nicht vorwiegend Eigenheime wie in der Stadtverordnetenversammlung von der CDU bevorzugt. Allerdings vermied Klingler die Partei beim Namen zu nennen. Zum Thema befürchteter „Ghettoisierung“ nannte Fritz Götz aktuelle  Mietpreise von 11 bis 12 Euro pro Quadratmeter, im mittleren Bereich sogar von 13 bis 15 Euro. Anja Kohl, Geschäftsführerin der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEL), zeigte die Lage anhand einer Übersicht. Einen Bebauungsplan gibt es allerdings noch nicht. Die Politik müsse entscheiden, machte Klingler deutlich und wies darauf hin, dass sich in dieser aktuellen Lage mit hohen Baukosten und strengen Richtlinien kein Bauträger für bezahlbaren Wohnraum finde. Nur die BGL habe sozialen Wohnraum gebaut. Das Ärztehaus und die Kita Farbenfroh sind bis jetzt die einzigen Gebäude auf dem Gleisdreieck. Bis die ersten Bagger anrollen werde es wohl 2027 werden, sagte Schmidt voraus, da der Bebauungsplan nach Erstellung zweimal offengelegt werde. Ein positives Signal gebe es vom Land Hessen für den zweiten Bauabschnitt.

    Der Bahnhof ist eines der Handlungsfelder, das die SPD bei der Sommertour in Augenschein nahm.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Sicherheitsgefühl am Bahnhof besser geworden 

    Über Jahre war der Bahnhof ein Angstraum, das habe sich durch die Riedbahnsanierung deutlich verbessert, erläuterte Erster Stadtrat Marius Schmidt, der als Dezernent auch für Ordnung, Sicherheit und Verkehr zuständig ist. Eine Fahrgastbefragung der Stadt habe ergeben, dass sich eine breite Mehrheit sicherer fühlt. „Aber es gibt noch einiges zu tun“, sagt Schmidt. Einerseits gebe es gute Statistiken – andererseits das subjektive Sicherheitsgefühl. Im Herbst soll daher eine neue Sicherheitspartnerschaft mit der Bundespolizei, Landespolizei, Ordnungsamt und Deutscher Bahn mit dem Ziel an den Start gehen, Synergien zu nutzen. Heißt: die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen stärken, auch am Bahnhof Hofheim. Ein Lenkungskreis werde eingerichtet. Man habe sich bereits im Frühjahr zu einer Begehung getroffen. Thema waren unter anderem Vandalismus, Sauberkeit und Heckenschnitt für mehr Übersicht. Das Bahnhofsgebäude selbst ist in Privatbesitz, wie Schmidt betonte. 

    Der TVL-Kunstrasenplatz ist in die Jahre gekommen. Vereinsheim und Jahnhalle bedürfen einer Sanierung.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Turnverein braucht Geld 

    Letzte Station der SPD-Sommertour war der Turnverein Lampertheim 1883 (TVL) mit einem Rundgang über die Spielfelder mit TVL-Schatzmeister Sebastian Seibel und den beiden Fußball-Abteilungsleitern Jürgen Hofmann (Schwerpunkt Senioren) und Frank Mackenroth (Schwerpunkt Jugend) und anschließendem Gespräch im ehemaligen Gaststättenraum im Seitenflügel. Der größte Sportverein der Stadt mit über 2.000 Mitgliedern und umfangreicher Jugend- und Integrationsarbeit hat Platzprobleme und muss auch noch das Vereinsgebäude und die vereinseigene Jahnhalle sanieren. Durch das Dach läuft Regenwasser ins Haus, das müsse zuerst gemacht werden, bevor der Seitenflügel zu mehreren kleineren Funktionsräumen mit sanitären Anlagen umgebaut werden kann, als Entlastung für die Jahnhalle. Dort müsse im Winter zusätzlich zu den elf anderen Abteilungen teilweise die Vereinsjugend Fußball spielen. 

    Über 300 Kinder spielen Fußball. Wegen Geldmangels gehe das nur nach und nach. Der TLV könnte noch viel mehr Sport anbieten, doch wegen Platzkapazitäten stehen viele Kinder auf Wartelisten, die Gruppen seien voll. Der Kunstrasenplatz zeigt sich nach 14 Jahren intensiver Nutzung in desolatem Zustand, außerdem gibt es Senken durch die Mülldeponie darunter und die Flutlichtanlage muss erneuert werden. „Die Zustände sind nicht mehr tragbar“, sagt Frank Mackenroth. Zum Teil müssten 20 Teams auf den Platz und auch die drei Mädchenmannschaften brauchen Platz. Die Wiese mit Unebenheiten und Disteln eignet sich nur bedingt für Fußball, zumal der Ball schnell mal in die blühende bienenfreundliche Ausgleichsfläche mit vielen Disteln fällt. Fazit von Schatzmeister und Abteilungsleitern: „Wir brauchen städtische und Landesförderung“. Klingler hob hervor, dass der TVL Breitensport anbiete und Kindern Werte vermittle. Den offiziellen Teil der Sommertour schloss Klingler mit der Erkenntnis: „Wir haben viel mitgenommen“.  

    Hannelore Nowacki

     

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