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Do., 22. April 2021, 16:00 Uhr
KAMPF GEGEN CORONA: Kreisspitze informiert über aktuelle Situation / Inzidenzwert am Donnerstag bei 148,27
„Wollen, dass Feuerwehr und Rettungskräfte vorgezogen werden”
Derzeit werden im Kreis Bergstraße täglich rund 1.150 Impfdosen verimpft. Wenn es nach der Kreisspitze geht, kommen Feuerwehr und Rettungskräfte bald hinzu. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE – Auch in dieser Woche ist ein Blick auf die Coronasituation in Deutschland, Hessen und im Kreis wieder lohnend – unter anderem auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens und die Lage in den Krankenhäusern. Daher informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sowie der Kreisbeigeordnete Karsten Krug am Donnerstag im virtuellen Gespräch über die für die Region relevanten Neuigkeiten rund um die Coronavirus-Pandemie.
LandratChristian Engelhardt richtete das Augenmerk zunächst auf das Infektionsschutzgesetz mit bundesweiter Notbremse: „Wir haben in Hessen teilweise Regeln, die darüber hinaus gehen, beispielsweise den Einzelhandel betreffend. So haben wir in Hessen Click&Collect, bundesweit soll unter 150 Click&Meet gelten. Aus meiner Sicht war es gut, die Situation in regionale Verantwortung zu stellen, der Blick allein auf Inzidenzwerte ist kein differenzierter Blick. Denn es ist vor Ort ein großer Unterschied, ob ich ein breites Ausbruchsgeschehen habe oder nur beispielsweise in einer Firma. Dies wurde nun verallgemeinert. Mehr können wir dazu noch nicht sagen, dazu sind wir auf die Beschlüsse des hessischen Kabinetts angewiesen.”
Bezüglich der möglichen vorgezogenen Impfung von Feuerwehrleuten und Rettungskräften betonte Landrat Engelhardt: „Das würden wir sehr gerne machen, auch in einer Sonderaktion. Hierauf haben wir uns bereits darauf vorbereitet, indem wir die Daten der Impffreiwilligen erhoben haben. Wir hoffen, dass wir die Feuerwehrleute und Rettungskräfte vorziehen dürfen. Ansonsten werden wir den Mitgliedern der Feuerwehr anbieten, sobald für die Prioritätsgruppe 3 geöffnet wurde, in einer Sonderaktion zu Beginn zu impfen.”
Mit Blick auf das Impfen generell stellte Landrat Engelhardt klar: „Wir verimpfen den Impfstoff, den wir da haben, könnten aber 200 Dosen mehr verimpfen wenn wir ihn hätten.” Derzeit werden täglich rund 1.150 Dosen verimpft.
„In dieser Woche sind die Schulen wieder gestartet, und ich habe mir selbst ein Bild von den Selbsttests gemacht. Es gibt ein überwiegend positives Feedback von den Schulen, an einigen Stellen müssen noch kleine Schwierigkeiten behoben werden”, gibt sich der Landrat zuversichtlich. Gleichzeitig richtete er einen herzlichen Dank an die Bundeswehr für deren Unterstützung beim Kampf gegen Corona. Hier hat ein Wechsel stattgefunden, seit Mittwoch ist die IT-Gruppe der Bundeswehr aus Reinbach bei Bonn im Einsatz.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz blickt zunächst auf den Inzidenzwert, der am Donnerstag bei 148,27 lag – und damit genau bei dem Wert von Dienstag, Mittwoch und vor einer Woche. „Wir haben ein Plateau um die 150”, erläuterte die Gesundheitsdezernentin. Im Bereich der Bürgertestungen gab es in den letzten Tagen 70 positive Tests. Auffällig sei, dass die positiven Fälle bei Laientests gestiegen sind, besonders durch die Testungen in den Schulen – hier liegt der gesamte Wert bei rund 50 Fällen in den letzten sieben Tagen. „Ungefähr 25 Prozent der Tests, die hierbei dem Gesundheitsamt übermittelt werden, sind falsch positiv, 75 Prozent bestätigen sich bei PCR-Test”, so Diana Stolz. „Wir gehen davon aus, dass sich dies etwas ändert, da die Fehleranfälligkeit bei Tests in Schulen höher ist.”
Das Durchschnittsalter der aktuell Infizierten liegt weiterhin konstant bei 41 Jahren, die Über-80-Jährige machen nur noch zwei Prozent des Gesamtanteils aus. Im Bereich der stationären Fälle sinkt der Altersdurchschnitt leicht und liegt bei den Covid-19-Patienten, die aktuell stationär behandelt werden müssen, bei 62 Jahren.
Bei den Einrichtungen ist derzeit keine Pflegeeinrichtung mehr betroffen. In sechs Schulen sind derzeit jeweils zwischen einer und drei Personen betroffen, wobei ein Großteil dieser Fälle durch Schnelltestungen bekannt geworden ist. Zudem sind fünf Kindertagesstätten betroffen.
Bezüglich der Mutationen erläuterte Diana Stolz, dass die britische Mutante weiterhin sehr dominant ist, zudem gibt es einige Fälle der südafrikanischen Mutante – aber weiterhin keine brasilianische und keine indische Mutation.
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug erläuterte, dass es bei der Bußgeldstelle weiterhin einen moderaten Anstieg zu verzeichnen gibt. Im Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte gibt es einen leichten Anstieg – derzeit sind zwölf Personen aktuell indiziert. Diese verteilen sich in mehrere Einrichtungen, in denen sie in Quarantäne versetzt wurden. Benjamin Kloos