Wortschöpfungen, Gedichte und Prosa mit der „Kleinen Schreibwerkstatt” am 6. November in der Stadtbücherei
Wortkultur „mit spitzer Feder”
Freuen sich auf jede Menge Wortschöpfungen, Gedichte und Prosa: Kulturbereichsleiter Rolf Hecher, Wortschöpferin Christina Kiehs-Glos und Petra Stöckinger (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Die kleine Schreibwerkstatt lädt am Montag, 6. November, um 19.30 Uhr im Rahmen der mittlerweile 18. Veranstaltung der „Wortkultur in der Stadtbücherei” zu Wortschöpfungen, Gedichten und Prosa sowie spannenden Einblicken in ihre Arbeit ein.
Die autodidaktisch Schreibenden Ute Bernsdorf, Margarete Görlinger, Christina Kiehs-Glos und Sigrun Stolz stellen ihre Texte der letzten Monate vor. Gemeinsam wird gefeilt, gerüttelt, gedrechselt, geschnitten, geschüttelt, verworfen und neu gezimmert – und dies stets mit viel Fantasie und Freude.
Die „Kleine Schreibwerkstatt” existiert seit 2014, hierbei handelt es sich um eine kleine Gruppe von Schreibfreudigen mit wechselnder Teilnahme. Jeden Monat wird gemeinsam ein Thema ausgewählt. Manchmal wird Zufälliges produziert, dann wird auf dem Zufälligen die Notwendigkeit, Ideen zu haben und sie in gute Form zu bringen. Daher widmet sich der Abend, an dem vier der Mitglieder der kleinen Schreibwerkstatt in der Stadtbücherei ihre Werke präsentieren, auch dem Thema Zufall.
Neben den „großen Themen” wie Heimat, Spuren, Dank, Scham und Nacht beschäftigt sich die „Kleine Schreibwerkstatt” gerne spielerisch mit dem sogenannten „Chinesischen Quadrat”. Dieses besteht aus neun spontan gefundenen Worten, die zunächst nicht zusammen passen wollen, aber ein Gerüst abgeben für oftmals heitere Texte. Ob in Prosa oder gereimt müssen alle neun Worte in einem Text erscheinen – die Zuhörer der Wortkultur dürfen gespannt sein.
Manchmal unterwerfen sich die Schreibenden den strengen Regeln der Aphorismen oder „beschränken” sich auf Dreizeiler. Zudem bewegen sie sich gerne geistige mit den Jahreszeiten oder reisen zu „Traumorten” – zuletzt blieben sie am Bahnhof Lampertheim hängen, mit Lust auf etwas Lokalkolorit.
Gedanken in passenden Worten zu Papier zu bringen, das erfordert viel Zeit. So entstanden auch Texte zum Thema Langsamkeit. Und mitunter regen Werke oder Aussagen unerreichbarer Dichter-Vorbilder zu eigener Fantasie an. Als Beispiel wird Robert Burns zitiert, dessen Herz im schottischen Hochland umherschweifte und seine Dichtkunst inspirierte. Er bewog die Autorinnen zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Vergnügens.
Die Autorinnen, das ist zunächst Christina Kiehs-Glos, die bereits im November 2015 die Wortkultur bereicherte. Sie ist auch die Initiatoren der Kleinen Schreibwerkstatt, nachdem sie sich nach ihrer Rückkehr nach Lampertheim auf die Suche nach Gleichgesinnten machte. Ute Bernsdorf hat ihre Liebe zu Büchern bereits als Kind entdeckt, ihre Freude an Worten und Texten ist geblieben. Sprache fand sie immer faszinierend, und so bring sie kerne kleine Prosatexte zu Papier. Margaret Görlinger, die vor ihrer Pensionierung für die Kulturabteilung der BASF tätig war und Vorsitzende von „Frau und Kultur” in Ludwigshafen und Mannheim ist, hat große Freude daran selbst zu schreiben. Und Sigrun Stolz hat nach Familie, Kindern und Beruf nun die Zeit, ihren Neigungen nachzugehen und hat so ihre Lieber zur Literatur wiederentdeckt – wobei es ihr die Lyrik besonders angetan hat.
Seit 2007 existiert die Wortkultur mittlerweile. „Vor langer Zeit haben wir etwas etabliert, um lokale Künstler zu fördern. Im Rahmen der Wortkultur bieten wir diesen einen Raum, ihre Werke zu präsentieren”, betonte Kulturbereichsleiter Rolf Hecher bei der Vorstellung des Programms der 18. Auflage. Und dies ist hier einmal mehr gelungen: Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend mit Wortspielen, Wortschöpfungen, Prosa und wundervollen Gedichten. Der Eintritt ist frei. Benjamin Kloos