Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2015 für den Landkreis Bergstraße / Deutlicher Anstieg der Verkehrsunfälle mit Getötete / Anstieg der Wildunfälle
Zahl der Verkehrsunfälle 2015 weiter gesunken
Vorsicht Wildwechsel: Die Verkehrsunfälle mit Wild haben sich entgegen dem Trend des Vorjahres im Kreis Bergstraße um 52 Fälle erhöht. Foto: Börner/DJV
KREIS BERGSTRASSE – Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Bergstraße ist im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken. So kann für den Bereich der Polizeidirektion Bergstraße im Vergleich zu 2014 ein Rückgang von 37 Verkehrsunfällen (- 0,93 %) verzeichnet werden. Im Jahr 2014 war die Anzahl bereits um 110 Unfälle (2,69 %) gesunken.
Entgegen diesem Trend ist die Zahl der Unfälle mit Getöteten stark angestiegen. Waren 2014 noch vier Verkehrstote zu verzeichnen, verloren im Jahr 2015 insgesamt 14 Personen bei 13 Unfällen ihr Leben. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies einen Anstieg von zehn Verunglückten. Die 13 Verkehrsunfälle verteilten sich über das gesamte Direktionsgebiet, die Unfallursachen sind unterschiedlich. Häufigster Fehler war falsches Überholen mit drei Unfällen. Erfreulicherweise sank die Zahl der Schwerverletzten von 195 auf 189 (-3,08 %) sowie die der Leichtverletzten von 839 auf 800 (-4,65 %).
Auch die Unfälle mit Fußgängerbeteiligung sind rückläufig. Die Zahl der dabei schwerverletzen Personen verringerte sich um fast die Hälfte (2014: 15 Personen, 2015: 8 Personen). Hingegen nahm die Anzahl der leichtverletzten Fußgänger etwas zu: Sie veränderte sich von 44 Verunglückten in 2014 auf 49 in 2015 (+ 11,36 %). Erfreulich ist, dass – wie schon im Jahr zuvor – auch in 2015 kein Fußgänger getötet wurde.
Entgegen dem Vorjahr sank 2015 die Zahl der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern. So wurden insgesamt 199 Verkehrsunfälle registriert. Dies bedeutet einen Rückgang um acht Fälle bzw. 3,86%. Obwohl die Anzahl der Schwer- und Leichtverletzten auf gleichem Niveau blieb, wurde 2015 ein Zweiradfahrer getötet.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit beteiligten Fahrradfahrern sank im Vergleich zu 2014 um 40 Fälle bzw. 14,71%. Die Zahl der Leichtverletzten fiel um 31 (17,71%) und die Zahl der schwer Verletzten um 9 (16,36%). Leider ist auch ein getöteter Radfahrer durch einen Fehler beim Abbiegen zu verzeichnen.
Mit 1.374 registrierten Verkehrsunfallfluchten (-0,72 %) ist die Anzahl im Kreis Bergstraße gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gesunken. Die Aufklärungsquote bei den flüchtigen Verkehrsteilnehmern liegt bei 39% und stieg somit leicht an.
Im Bereich der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel, ist die Anzahl mit 120 um 15,49 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Waren es 2014 noch 142 Unfälle, fiel die Zahl der Unfälle unter Einfluss berauschender Mittel in 2015 auf 120.
Die Verkehrsunfälle mit Wild haben sich entgegen dem Trend des Vorjahres um 52 Fälle erhöht und liegen nun bei 531. Dies bedeutet einen Anstieg um 10,86 %. Hier haben sich die durchgeführten Maßnahmen Geschwindigkeitsreduzierung in Verbindung mit Wildwarnbeschilderung zumindest auf einigen Strecken positiv auf die Unfallzahlen ausgewirkt. Langjährige Unfallhäufungspunkte wurden deutlich abgeschwächt bzw. sind ganz verschwunden. Im Gegenzug sind an anderen Örtlichkeiten neue Unfallhäufungspunkte entstanden. Glücklicher Weise hat sich die Anzahl der Getöteten sowie der Schwerverletzten auf null reduziert. Die Anzahl der leicht Verletzten sank von 15 Fällen in 2014 auf fünf Fälle in 2015 (-66,67%).
Allgemein entstehen die meisten Verkehrsunfälle durch Vorfahrts-/Vorrang Missachtung, sowie durch ungenügenden Sicherheitsabstand. Weitere häufige Unfallursache ist nicht angepasste Geschwindigkeit.
Ein sehr positiver Trend ist bei Verkehrsunfällen mit der Beteiligung junger Personen zwischen 14 und 17 Jahren zu erkennen. Waren 2014 noch 92 Personen beteiligt, lag die Zahl 2015 bei 85. Dies macht eine Reduzierung von 7,61%. Bei den 18- bis 24-Jährigen sank die Zahl von 806 auf 753 (-6,85%).
Entgegen diesem Trend stieg die Zahl der Altersgruppen von 65 bis 74 Jahre um 6,02 % (+28 auf 493) und die der ab 75-Jährigen sogar um 19,31%( + 67 auf 414).
Die Ursache dieser Steigerung könnte im demografischen Wandel unserer Gesellschaft und der damit verbundenen Zunahme des Anteils an Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr begründet liegen. ots