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  • So., 03. Mai 2015, 13:20 Uhr
    Gottesdienst eritreischer Flüchtlinge mit Mittagessen zur Abendmahlfeier

    Zu Gast bei Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinde

    Said Michael Mhveteab und Mikcale Weldeab Hadgu zelebrierten den eritreischen Gottesdienst mit Gebeten, Gesang und Predigt. Das Abendmahl wurde als gemeinsames Essen gefeiert. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der Gottesdienst kann vier Stunden dauern. Schon am Vortag beginnen die Vorbereitungen mit Einkaufen und am Morgen wird gemeinsam gekocht. Denn zum Gottesdienst gehört die Feier des Abendmahls, das die Gläubigen am vergangenen Samstag als gemeinsames Mittagessen zelebrierten. In Eritrea leben Christen und Muslime und so sind auch unter den  Flüchtlingen aus Eritrea orthodoxe Christen, die fürs erste in Lampertheim leben. Am Samstag feierten sie zum ersten Mal einen Gottesdienst mit allem, was ihrer Tradition entsprechend dazugehört. Bisher hatten sie sich zum Gebet in der Industriestraße oder in Frankfurt getroffen, wo es eine große eritreische Gemeinde gibt. Von dort waren auch mehrere Gläubige am Samstag zum Gottesdienst eingeladen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in der Römerstraße 120 hatte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Wie Pastor Jörg Lüling im Gespräch mit dem TIP ankündigte, werde die eritreische Gemeinde zukünftig an einem Samstag im Monat die Gelegenheit bekommen, hier ihren Gottesdienst zu feiern. Seine Anregung: Auch andere Gemeinden könnten diesem Beispiel folgen. „Wir selber wollen den Flüchtlingen nicht nur eine Zuflucht, sondern möglichst eine neue Heimat anbieten. Dies gehört mit zu unseren Zielen, die wir als Gemeinde verfolgen“, erklärte Pastor Lüling. Außerdem sei die Nutzung kostenfrei. Das Essen wurde im Flüchtlingshaus in der Riesengasse zubereitet. In den Töpfen am Büffet zur Selbstbedienung war ein würzig duftendes Lamm-Barbecue, es gab eine Fleischsuppe und ein Lammcurry, dazu gemischten Salat und selbst gebackene dünne Fladen. Als Getränke kamen Limonaden und Cola auf den Tisch. Der Gottesdienst wurde von zwei Priestern geleitet, Mikcale Weldeab Hadgu und Said Michael Mhveteab. Pastor Lüling, der durch seinen Deutschunterricht mit den eritreischen Flüchtlingen auch schon einige Worte ihrer Sprache beherrscht, hörte den Gebeten und dem Gesang zu und klatschte mit, so wie es die Eritreer taten. Ein Gesangbuch brauchen sie dazu nicht. Mit ihrer sanft schwingenden Harmonie laden diese orientalisch klingenden Lieder zum Zuhören ein, auch wenn die Worte fremd sind. Die Eritreer sprechen Tigrinya, die Sprache ihrer Heimat, einige können sich auf Englisch verständigen, erklärte Pastor Lüling. „Jesus“ und „Amen“ sind hingegen Wörter, die deutlich herauszuhören sind. Gebete und Gesang wechseln ab, der mehr als zwanzigminütigen Predigt lauschten die Gläubigen, wie es schien, sehr aufmerksam. Weihnachten und Ostern feiern die eritreischen Christen zeitversetzt zu unseren Feiertagen , wie die europäischen orthodoxen Christen. Einige Eritreer nehmen das Fasten vor Ostern sehr ernst, wie Pastor Lüling erfahren hat. Die vertiefte Begegnung mit Gott werde in liturgischen Gebeten mit vielen Wiederholungen gesucht, was zur Länge der Gottesdienste beitrage. Einige Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde nahmen ebenfalls am Gottesdienst und am gemeinsamen Mahl teil. Auch Anja Beyer mit Ehemann war gekommen, sie unterrichtet die eritreischen Flüchtlinge in der Riesengasse ehrenamtlich in der deutschen Sprache. Bei der Verabschiedung war ein akzentfreies, lockeres „Tschüß“ zu hören. Hannelore Nowacki

     

    Am Samstag fand der erste eritreische Gottesdienst statt. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde stellt den eritreischen Christen ihre Räume kostenfrei zur Verfügung. Foto: Hannelore Nowacki

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