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Mo., 06. Februar 2023, 10:50 Uhr
MUSIKKULTUR: MIL-Fan Heinrich Fassoth sagt der Musiker-Initiative Lampertheim mit 700-Euro-Spende Danke
Zum Geburtstag lieber Geld zum Spenden als Geschenke
Große Freude bei Rolf Hecher, Gabi Wesp und Herbert Kunzmann bei der Spendenübergabe – Heinrich Fassoth (2. von links) spendete der MIL 700 Euro. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Was tun, wenn man seinen 70. Geburtstag feiert und sich etwas wünschen darf? Heinrich Fassoth, der sich lieber Heiner nennen lässt, hatte im letzten Jahr zu diesem Anlass überlegt, dass Geldgeschenke zu seinem Geburtstag die Lösung sind. Mehrere hundert Euro waren auf diese Weise zusammengekommen. Siebzig Stieleichen ließ er im Kreis Bergstraße setzen und als langjähriger Fan der MIL (Musiker-Initiative Lampertheim) sagte er den Musikern mit einem 700-Euro-Spendenscheck Danke. „Ich glaube, dass die Musiker durch drei Jahre Pandemie genug gebeutelt waren“. Das habe ihn zur Spende bewogen. „Für mich ist die MIL etwas Besonderes“, erklärte der sichtlich glückliche Spender, früher Inhaber einer Elektro-Installationsfirma in der Mannheimer Neckarstadt. Die Musiker spielten auch bei Eiseskälte auf dem Weihnachtsmarkt und bei Hitze auf dem Spargelfest, das findet er beeindruckend. Fachbereichsleiter Rolf Hecher und Gabi Wesp vom Fachbereich für Bildung, Kultur und Ehrenamt nahmen den Scheck gemeinsam mit Herbert Kunzmann, der bei der MIL für die Bewirtung zuständig ist, in einem Nebenraum des Schwanensaals entgegen. Im Schwanensaal finden viele MIL-Konzerte statt, so auch an diesem Donnerstagabend der Spendenübergabe. Heiner Fassoth freute sich schon auf das Konzert „Old School Rock’n Roll“ der Silverballs & Friends, das wenig später begann. Im Schwanensaal waren die Besucher bereits in bester Stimmung. Anerkennend äußerte sich Musikfan Fassoth insgesamt zur Kultur in Lampertheim, das gebe es nicht in jeder Gemeinde. Eine solche private Initiative freut Rolf Hecher besonders, der die Vielseitigkeit der MIL hervorhob, denn die MIL sei keine Band, sondern ein Verbund von über zwanzig Musikern unter dem Dach von „cultur communal“ der Stadt Lampertheim. Die Musiker erhielten keine marktübliche Gage, sondern eine Aufwandsentschädigung. „Aber, was sie machen, ist unbezahlbar“. Für jede Veranstaltung werde ein Programm mit anderen Musikern gemacht, bei der MIL Projekte genannt. Die MIL sei eine Plattform und Erfolgsgeschichte, die sich seit der Gründung 2007 mit fast 300 Veranstaltungen bis Ende dieses Jahres entwickelt habe. Auch habe die MIL andere Künstler bei der Namensgebung inspiriert, die sich KIL (Künstlerinitiative Lampertheim) und LIL (Literaturinitiative Lampertheim) nennen. An das digital-analoge Projekt „30 Minutes for Culture“ von „cultur communal“ mit DVD-Verkauf erinnerte Hecher, das während der Pandemiezeit zahlreichen Künstlern und Musikern die Möglichkeit für einen Auftritt unter Einhaltung der Vorschriften ermöglicht und die Zuschauer begeistert habe. Die 700 Euro werden den diesjährigen Betriebsausflug der MIL bereichern, kündigte Hecher an, das Geld sei „on top“, komme also zum Budget der Stadt für die Fahrt, Eintritt und Essen hinzu und werde nicht etwa eingespart. Einmal im Jahr gehe es als Dankeschön der Stadt Lampertheim mit dem Bus zu einem ausgewählten Ziel mit Bildungshintergrund und Abendessen. Wo es diesmal hingehen soll, werde noch überlegt. Hannelore Nowacki