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  • Mi., 30. März 2022, 14:22 Uhr
    GEMEINSCHAFT: Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit mit Qualifizierungsprogramm unterstützen / Aufruf an alle Interessierten, in dieses Ehrenamt einzusteigen

    „Zusammen im Leben“

    Ein starkes Team für ein starkes Projekt: Andreas Mager, Marius Schmidt, Silvia Rhiem, Ute Striebinger und Werner Brall. Foto: Nadine Schütz


    LAMPERTHEIM – Seit dem 1. September 2018 gibt es in Lampertheim das Angebot der aufsuchenden Sozialarbeit. Auch die Seniorenberatung der Caritas in der Neuen Schulstraße unterstützt die betagten Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Hausbesuchen. Um genau diese Zielgruppe wieder mehr ins gesellschaftliche Leben zu integrieren, entwickelten Stephanie Rapp, Stadt Lampertheim, Stabsstelle Soziales, und Silvia Rhiem, Caritas, Seniorenberatung Lampertheim, in Zusammenarbeit mit Ute Striebinger, Vorsitzende Seniorenbeirat Lampertheim, in den vergangenen Monaten ein neues Projekt: „ZIL – Zusammen im Leben“. 

    Ehrenamtliche begleiten Seniorinnen und Senioren in alltäglichen Dingen. Es könnte sich dabei um Spielenachmittage handeln oder digitale Unterstützung, Spaziergänge oder Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten, Begleitung zu kulturellen Veranstaltungen oder die Ausübung gemeinsamer Hobbies – alles, was das gesellschaftliche Leben ausmacht; alles was ohne Begleitung nicht möglich wäre. „Ziel ist, den Rahmen der aufsuchenden Seniorenarbeit zu erweitern“, fasste Erster Stadtrat Marius Schmidt das Projekt bei dessen Vorstellung zusammen. Mit diesem Qualifizierungsprojekt können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Lampertheim und den Stadtteilen im Ehrenamt zu Seniorenpartnerinnen bzw. Seniorenpartnern ausbilden lassen.

    Striebinger informierte, dass in der aufsuchenden Sozialarbeit immer wieder Missstände aufgedeckt würden – Seniorinnen und Senioren trauten sich oft nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen oder einzufordern. Mit dem Projekt „ZIL – Zusammen im Leben“ werde für die Betroffenen eine niedrigere Hemmschwelle geschaffen. Werner Brall, Beisitzer Seniorenbeirat, beleuchtete auch die Seite der Ehrenamtlichen: „Wir sehen es als eine gute Möglichkeit, qualitativ hochstehende ehrenamtliche Arbeit zu machen.“ Und auch Andreas Mager, Leitung Caritaszentrum Heppenheim, lobte diese „tolle Idee und die gute Kooperation. Es hilft Menschen im Ehrenamt, wenn professionelle Qualität vermittelt wird.“

    Im Mai 2022 starten die Qualifizierungslehrgänge. Anmelden kann man sich schon jetzt. Nach einem kurzen Kennenlerngespräch mit Frau Rapp und Frau Rhiem warten auf die zukünftigen Ehrenamtlichen vier Ausbildungsblöcke. Im ersten Teil entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Selbstprofil: Wie viel Zeit möchte ich investieren? Auf welche Art und Weise will ich mich einbringen? Welche Stärken und Hobbies würde ich gerne teilen? Das Nein-Sagen und die eigenen Grenzen spielen dabei eine große Rolle. Rhiem hob hervor, dass sich die Ehrenamtlichen dabei immer wieder ins Bewusstsein rufen sollten: „Es soll zu meinem Leben passen.“

    Modul zwei umfasst die Wissensvermittlung um das Leben im Alter, sowohl körperlich als auch kognitiv. Damit werden Einfühlungsvermögen gestärkt und Berührungsängste abgebaut. Im dritten Modul geht es um rechtliche Belange: Schweigepflicht, Datenschutz, gesetzliche Rahmenbedingungen und Versicherungsschutz. Aber auch um die Organisationsstruktur: Wie kommt man zusammen? Wie beende ich eine Partnerschaft? Wie gehe ich mit Krisen um? Im Modul vier erfolgt die Qualifizierung, womit die Unterstützung der Ehrenamtlichen aber keinesfalls aufhört. Die Ansprechpartner bleiben den Ehrenamtlichen erhalten und gemeinsame Treffen dienen zum Erfahrungsaustausch.

    Schmidt freut sich, dass es schon erste Interessenten für diese Ausbildung gibt, obgleich diese noch nicht öffentlich ausgeschrieben war: „Wir haben damit den Nerv der Zeit getroffen!“ Nadine Schütz

    Weitere Informationen

    Die Qualifizierung startet mit Modul 1 am 27. und 28. Mai, freitags von 18 bis 21 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Interessierte können sich ab sofort an Stephanie Rapp, Haus am Römer, Domgasse 2, telefonisch unter 06206/935 473 oder Silvia Rhiem, Caritasberatungsstelle, Neue Schulstraße 16, unter 06206/9513666 wenden. 

     

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