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  • Mi., 06. Mai 2015, 22:42 Uhr
    Hochwasser zwingt die Fähre zum Stillliegen

    Zwangspause für die Fähre „Frischling“

    LAMPERTHEIM - Endlich war es so weit, die Fährsaison ist gestartet. Jetzt, wo es endlich losgehen sollte und auch Buchungen vorliegen, spielt Petrus nicht mit. Wie der 2. Vorsitzende des Fährvereins Nibelungenland, Kapitän Werner Reuters mitteilte, mussten die Fahrten wegen des hohen Wasserstandes eingestellt werden.

    Bedingt durch die starken Regenfälle im südlichen Baden-Württemberg und der Schweiz ist der Rhein innerhalb der letzten Tage stark angestiegen. Wie die Pegelaufzeichnungen ausweisen um fast 2,50 Meter und erreichte mit 5,15 Metern seinen Höchststand in  unserer Region. Bezugspunkt für den Lampertheimer Altrhein ist der Pegel Worms.

    Das ist aber eigentlich im Frühjahr normal, so Reuters. Der Verein hatte sich vor einiger Zeit schon einmal mit Hochwasser in der hiesigen Region beschäftigt. Seit Aufzeichnung der Hochwasser im Jahre 1882 hat es in regelmäßigen Abständen immer wieder Hochwasser gegeben. Es gibt sogar eine „TOP-TEN“ - Liste der Hochwasser seit 1882. Platz 1 hält das Hochwasser von 1882 mit einer Höhe von 8,22 Meter. Das letzte bekannte Hochwasser vom 03.06.2013 rangiert mit 7,07 Meter auf Platz 10.

    Das die Hochwasser der letzten 50 Jahre nicht mehr die Gewalt des Hochwasser von 1882 erreichen, liegt am verbesserten Hochwasserschutz im Oberrheingebiet. Höhere und verbesserte Deiche, sowie die Schaffung von Überflutungsflächen haben dazu beigetragen, dass die Hochwasser der letzten Jahre am Oberrhein relativ glimpflich ausgingen.

    Wo sonst Spaziergänger zu den Bootsstegen oder den Restaurants am Altrhein unterwegs sind, steht heute knietief Wasser. Foto: oh


    Bei der Recherche über Hochwasser rund um Lampertheim und dem Ried haben die Vereinsmitglieder interessante Daten recherchiert. Nach Aufzeichnungen aus dem Kloster Fulda gab es im Jahre 888 eine solche Flutkatastrophe, dass der Rhein sich ein neues Bett suchte und die Dörfer Oppau und Edigheim, die zuvor zu Ladenburg gehörten, jetzt auf Ludwigshafener Gemarkung lagen.

    Bekannt ist natürlich auch das Hochwasser von 1802, welches die Insel Biedensand  und das „Welsche Loch“ schuf. In einem Gedicht aus diesem Jahr heißt es „...im Jahr 1802 brach der Biedensand entzwei..“ Aber solche Kraft weißt das heutige Hochwasser nicht aus. In der Kategorisierung der Hochwasser ist es lediglich als höheres zweijähriges Hochwasser ausgeführt.

    „Wir hoffen, dass das Wasser bis Samstag wieder unter die Hochwassermarke I fällt”, so der Wunsch von Kapitän Werner Reuters. Hochwasseremarke I entspräche einem Wasserstand von 4,40 Meter bezogen auf den Pegel Worms. zg

     

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